Erdgasbohrungen: Bevölkerung informieren und einbinden
Eine Überrumpelung wie in Molln darf es nicht mehr geben - die Öffentlichkeit ist über alle Projektschritte und alle Folgen für Umwelt- und Naturschutz aufzuklären – in Zeiten der Energiewende Gas zu bohren, ist die grundsätzlich Sinnfrage
Dass es Erdgas auch im Bereich des Irrsees sowie in anderen Gemeinden des Bezirks Vöcklabruck gibt, ist bisher nur eine Vermutung. Ebenso, dass es dort Bohrungen geben soll. Gesichert sind aber rege Diskussionen in den möglichen betroffenen Orten wie Zell am Moos und Straß im Attergau. Völlig außer Frage steht, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Bürgermeister:innen umfassend informiert und bei allen weiteren Entwicklungen eingebunden werden müssen Eine überrumpelte Bevölkerung wie in Molln darf es nicht mehr geben. Die Öffentlichkeit ist über alle Projektschritte und selbstverständlich über alle Folgen für Umwelt- und Naturschutz aufzuklären. Ob es tatsächlich zielführend ist, in Zeiten der Energiewende Erdgas aus Oberösterreich Boden zu holen, steht auf einem anderen Blatt“, meint der Grüne Naturschutzsprecher und Bürgermeister von Attersee, LAbg. Rudi Hemetsberger zu vermeintlichen Gasvorkommen in Bezirk Vöcklabruck.
Ein ehrlicher Informationsfluss hat für Hemetsberger jetzt Priorität. „Denn Wissen verschafft Klarheit und verhindert Spekulation. Derartige Projekt beeinflussen das Umfeld der Bevölkerung und daher verdient sie Offenheit statt Geheimniskrämerei. Es müssen die Fakten auf den Tisch, wie nun weiter vorgegangen wird. Dann wird sich Etappe für Etappe klären, ob diese Unterfangen tatsächlich realistisch sind. Und das darf nicht vorbei an der Bevölkerung passieren. Selbstverständlich werden auch wir Grüne genau hinschauen, wie sich diese Causa weiterentwickelt“, betont Hemetsberger.
Auch an der Frage der Prioritätensetzung führt für Hemetsberger kein Weg vorbei. „Ja wir brauchen Energiequellen. Aber wir wissen doch alle, dass die Zeit der fossilen Energien dem Ende entgegensteuert. Wenn heute Gasprojekte gestartet werden sollen, dann ist zu hinterfragen mit welchem Zeithorizont diese Vorhaben hinterlegt sind. Viel dringender wäre es in nachhaltige Energieformen zu investieren. Wir haben Wasser, Sonne, und Geothermie. Und wir haben die Windkraft, die beispielsweise am Saurüssel etliche Gemeinden vorantreiben wollen. Diese Projekte müssen priorisiert werden. Gas zu bohren, ist hier ein Wink aus der Vergangenheit“, betont Hemetsberger.