Zweitwohnsitze: Sprunghafter Anstieg in Vorbehaltsgemeinden
Detaillierte Untersuchung der Grünen zeigt: Während die Hauptwohnsitze in den Vorbehalts-Gemeinden stagnieren, sind die Zweitwohnsitze sprunghaft angestiegen – Grüne stellen schriftliche Anfrage an LR Achleitner und warten hochgespannt auf eine Erklärung für dieses Debakel
„Wir habens genau untersucht, geprüft und unseren Augen kaum getraut. Ausgerechnet in den Vorbehaltsgemeinden Oberösterreichs schießen die Zweitwohnsitze wie Schwammerl aus dem Boden. Exakt dort, wo es keine neuen geben dürfte, weil es schon zu viele sind, entstehen die allermeisten Zweitdomizile. Das ist komplett absurd. Es konterkariert Sinn, Ziel und Zweck von Vorbehaltsgebieten in geradezu skandalösem Ausmaß und es stellt das Konzept solcher Gebiete massiv in Frage. Wie sich das auf die Wohnungen auswirkt, und ob die Zahlen dort ähnlich sind, wollen wir von Landesrat Achleitner wissen, dem wir eine schriftliche Anfrage dazu übermittelt haben. Dass dies alles mit weitgehend unwirksamen Gesetzen zu tun hat, muss leider befürchtet werden“, erwartet der Grüne Raumordnungssprecher LAbg. Rudi Hemetsberger gespannt die Antworten.
26 Vorbehaltsgebiete gibt es in Oberösterreich. Die allermeisten davon im Salzkammergut. Von den Attersee-Gemeinden, über Bad Ischl, Gosau bis Obertraun und Hallstatt. Viele haben diesen Status bereits viele Jahre. Neue Zweitwohnsitze sind dort eigentlich ausgeschlossen. Schon länger gab es die Vermutung, dass das nicht wirklich funktioniert. Entsprechende Anfragen an LRin Michaela Langer-Weninger blieben weitgehend unbeantwortet. Nun hat eine eigene Grüne Untersuchung eine geradezu beachtliche Fehlentwicklung aufgezeigt. Während sich die Hauptwohnsitze in den betreffen Gemeinden eher unterdurchschnittlich entwickelt haben, sind die Zweitwohnsitze sprunghaft angestiegen. „Wir haben Daten der Statistik Austria penibel, ausgewertet und analysiert, und dabei haben sich die Befürchtungen leider mehr als bestätigt. Wir haben zwar eine gewisse Schieflage erwartet aber ein so krasses Missverhältnis hat selbst uns verblüfft. Das deutet auf ein Versagen der derzeitigen Regelungen hin. Auf Gesetze, die nicht nur zu schwach sind, sondern einfach unwirksam zu sein scheinen“, betont Hemetsberger.
Hemetsberger: „Längst ist bekannt, welche Folgen zu viele Zweitwohnsitze für eine Gemeinde haben. Welche Probleme sie bringen. Von Grundstücken und Wohnungen die immer teurer werden. Über Einheimische, die sich keinen Wohnraum dort mehr leisten können. Bis zu Abwanderung, Ortszentren, die veröden und Gemeinschaften, die keine mehr sind. Vorbehaltsgebiete sollen das verhindern. Und das klappt offenbar genau so gut wie ein Pflaster bei Schnupfen. Diese vorliegenden Daten sind ein Debakel für die aktuelle heimische Politik“.