Vorreihungen bei OPs: Bankkonto darf nicht Termin bestimmen
Grüne kündigen mündliche Anfrage an LRin Haberlander an
„Mit Kohle zu schnellerem Wohle, könnte man bei diesen Fällen sagen. Sich mit Geld rascher eine OP erkaufen, kann und darf wohl nicht sein. In einem Gesundheitssystem das international noch immer zu den besten zählt. Dass es vorkommt, ist bekannt. Da braucht man nicht naiv sein. Aber mit jedem solcher Fälle, wie sie die AK erhoben hat, bekommt die breite, gerechte Gesundheitsversorgung tiefe Risse. Die Politik muss handeln. Mit einer mündlichen Anfrage im nächsten Landtag wollen wir von LRin Haberlander wissen, was sie zu dieser Problematik zu sagen hat und wie sie diesen Vorreihungs-Unfug abzustellen gedenkt. Sonst ist der Weg frei für eine lupenreine Zwei-Klassen-Medizin“, kündigt die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Brigitte Huber-Reiter an und sieht ihre Warnungen durch diese Studie voll bestätigt.
13,1 Prozent der Befragten wurde angeboten, durch den Besuch einer Privatordination schneller zu einer Operation zu kommen. 9,1 Prozent erhielten ein entsprechendes Angebot gegen private Zuzahlungen. „Lässt es das Bankkonto zu, gibt’s die angebotene Abkürzung. Das ist unsäglich und bringt die verantwortliche Politik unter Zugzwang“, meint Huber- Reiter. Denn hier zeigen sich deutliche Hinweise auf ein strukturelles Problem. „Wie können solche Vorreihungen überhaupt zustande kommen? Wer ermöglicht sie, wer kontrolliert die Wartelisten und welche Konsequenzen gibt es bei Verstößen? Und vor allem wohin fließt das Geld? Da gibt es einiges zu klären“, betont Huber-Reiter, die künftig transparente Wartelisten einfordert.
Lange Wartezeiten und -listen bei etlichen Eingriffen, zu wenig und überlastetes Personal, enge Kapazitäten – dass es Probleme im heimischen Spitalswesen gibt, ist allseits bekannt. „Damit haben die Zuständigen zwei große Aufgaben. Erstens das monetäre Vordrängeln zu stoppen und zweitens das Spitalswesen so aufzustellen, dass die Wartelisten kürzer werden“, fordert Huber-Reiter.