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05.06.2026 Allgemein

Flughafen-Manifest Linz-Frankfurt: Steuergeldverschwendung

Mit dem Flughafen-Manifest liefern ÖVP und Wirtschaft unfreiwillig den Beweis: Die millionenschwere Linz-Frankfurt-Verbindung steht so gar nicht auf eigenen Beinen. Wenn jetzt Manager per Manifest in den Flieger gelockt werden müssen, dann fehlt offenbar genau das, was diese Verbindung rechtfertigen soll: echte Nachfrage.

„Ein Manifest ersetzt keine Passagiere. Wenn eine Fluglinie gut läuft, braucht sie keine politische Bettelrunde bei der Wirtschaft. Dann steigen die Menschen ein, weil es Sinn macht. Genau das passiert hier offenbar nicht“, reagiert Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder auf das heute präsentierte Flughafen-Manifest.

Für Kaineder zeigt das Manifest vor allem eines: Das schwarz-blaue Prestigeprojekt droht zum teuren Dauerdurchfall für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu werden. 36 Millionen Euro will das Land in vier Jahren für die Strecke Linz–Frankfurt zuschießen. Geld, das in Oberösterreich an vielen Ecken fehlt: bei Öffis in den Regionen, bei leistbarem Wohnen, beim Schutz vor Hitze, Hochwasser und Dürren.

„In Oberösterreich wird den Menschen erklärt, überall müsse gespart werden. Aber für einen Business-Shuttle , das keiner zu brauchen scheint, liegen Millionen bereit. Das ist keine Standortpolitik, das ist eine Umverteilung von vielen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern hin zu wenigen Vielfliegern“, sagt Kaineder.

Besonders absurd ist für Kaineder der Kern des Manifests: Land, Stadt, Wirtschaftskammer und Industrie wollen nun aktiv dafür werben, dass die Verbindung genutzt wird. Unternehmen sollen den Flug in ihre Reiserichtlinien schreiben, die öffentliche Hand soll ihn bevorzugt buchen. „Wenn man Fluggäste erst per Manifest in den Flieger schieben muss, dann ist das kein starkes Signal, sondern ein Alarmzeichen. Eine Verbindung, die angeblich unverzichtbar ist, müsste von selbst voll sein. Stattdessen wird jetzt politischer Druck aufgebaut, damit ein subventioniertes Projekt besser ausschaut“, so Kaineder.

Kaineder fordert, dass das Land endlich offenlegt, wie viele Menschen die Linz-Frankfurt-Flüge tatsächlich nutzen. Nach den bisherigen Eindrücken liegt die Auslastung weit unter dem, was ein Millionenprojekt rechtfertigen würde. Ein Video vom Linzer Flughafen zeigte zuletzt nur neun ankommende Passagiere aus Frankfurt. Laut Insidern ist der Flug derzeit nur zu einem Drittel ausgelastet. „Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher haben ein Recht auf die Wahrheit. Wie viele Menschen sitzen im Schnitt wirklich in diesen Maschinen? Was kostet jeder einzelne Sitzplatz die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler?“, Fragt Kaineder.

Während in Deutschland kurze Zubringerflüge nach Frankfurt unter Druck geraten oder gestrichen werden, startet Oberösterreich erst mit der Subvention eines solchen Modells. Für Kaineder passt das nicht mehr in eine Zeit, in der Europa über weniger Emissionen, bessere Bahnverbindungen und kluge Mobilität spricht.

Stefan Kaineder
Stefan Kaineder

Klimalandesrat und Landessprecher

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