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    Barrierefreiheit
30.06.2026 Allgemein

Unsere Seen sind keine Spielplätze für Superreiche

Attersee

Die Debatte um ein Luxus-Bootshaus und eine Ausnahmegenehmigung für ein Sportboot, das während der Motorbootsperre am Attersee brausen darf, reißt nicht ab. Die Grünen verlangen nun in einer schriftlichen Anfrage von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner, alle Motorboot-Ausnahmen auf Oberösterreichs Seen zu prüfen: am Attersee, am Traunsee und am Mondsee.
Es geht um eine einfache Frage: Gelten auf unseren Seen klare Regeln für alle oder entstehen Schlupflöcher für jene, die sich große Boote und gute Kontakte leisten können?

 

„Wenn die Menschen am See das Gefühl haben, dass für manche andere Regeln gelten, dann bröckelt Vertrauen. Unsere Seen dürfen nicht Stück für Stück zu exklusiven Spielplätzen für jene werden, die sich die größten Boote leisten können“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Die Oö. Seen-Verkehrsverordnung setzt enge Grenzen für Motorfahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die für gewerbliche Schifffahrt oder Schulungen fahren dürfen: 30 am Attersee, 27 am Traunsee und acht am Mondsee. Zugleich gilt jedes Jahr von 1. Juli bis 31. August eine Sommersperre für Motorboote mit Verbrennungsmotor.

 

Die Grünen wollen daher wissen: Wer hat derzeit eine Ausnahme? Wofür wurde sie erteilt? Wie oft wird sie wirklich für gewerbliche Fahrten genutzt? Und wer kontrolliert, ob daraus nicht private Luxusfahrten während der Sperre werden?

„Eine Ausnahme ist kein Freibrief. Wer eine Sonderregel bekommt, trägt auch besondere Verantwortung. Sie darf nicht als Hintertür für Freizeitvergnügen dienen, sondern muss einen klaren, nachvollziehbaren Zweck erfüllen“, stellt Klubobmann LAbg. Severin Mayr klar.

 

Die Regeln müssen zur Lage der Seen passen. Attersee, Traunsee und Mondsee sind Lebensräume, Trinkwasserreserven, Erholungsräume und Herzstücke Oberösterreichs. Gleichzeitig nehmen Hitze, Tourismusdruck und neue ökologische Risiken zu. Die Quaggamuschel zeigt, wie verletzlich dieses Gleichgewicht geworden ist.
„Wir reden nicht über irgendeine Wasserfläche. Wir reden über Seen, die unser Land seit Jahrhunderten prägen. Was vor Jahren vertretbar war, muss heute nicht automatisch richtig sein. Wir brauchen Regeln, die unsere Seen schützen und keine Hintertüren zulassen“, sagt Kaineder.

Die Debatte darf sich nicht nur auf den Attersee beschränken. Gerade am Traunsee tauchen immer wieder Fragen zu Motorbootverkehr, Sonderrechten und sensiblen Uferbereichen auf. Auch am Mondsee gilt: Wer Ausnahme sagt, muss Kontrolle gewährleisten.

 

Die Grünen fordern daher eine transparente Übersicht über alle bestehenden Ausnahmen für gewerbliche Schifffahrt und Schulungen auf Oberösterreichs Seen. Dabei soll geklärt werden, ob die Voraussetzungen noch erfüllt werden, ob die Fahrzeuge tatsächlich wie bewilligt genutzt werden und welche Kontrollen seit 2021 stattgefunden haben.

„Unsere Seen gehören nicht den Lautesten und nicht den Reichsten. Sie gehören uns allen. Genau deshalb müssen wir sie schützen. Für die Familien am Badeplatz, für die Fischerinnen und Fischer und für alle, die hier leben oder Erholung suchen“, betont Kaineder.

Klubobmann Severin Mayr bei einer Rede im Landtag

Die schriftliche Anfrage an Verkehrslandesrat Günther Steinkellner

Stefan Kaineder
Stefan Kaineder

Klimalandesrat und Landessprecher

[email protected]
Severin Mayr
Severin Mayr

Klubobmann und Stellvertretender Landessprecher

[email protected]
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