Unser Wasser im Klimawandel
Trockenster Frühling in Oberösterreich seit Messbeginn
Der heurige März war nicht nur extrem trocken, sondern auch um 1,4 Grad Celsius wärmer im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1991-2020. Auch im April und Mai blieben die Niederschläge deutlich hinter dem langjährigen Mittelwert zurück.
Demzufolge führten mehrere Flüsse Niederwasser, so auch die Trattnach in Leithen.
Der Aubach aus dem Betriebsbaugebiet Obertrattnach, der bei Niedertrattnach in die Trattnach mündet, ist trocken gefallen. Immer öfter verstummt sein Rauschen völlig. Ende Juni brachte auch der Unterstettner Bach kein Wasser mehr in die Trattnach.
Vielfach fehlt unseren Gewässern Nachschub aus der Landschaft, d. h. aus Feuchtgebieten, Auen, Sümpfen und Mooren, die früher bei Starkregen und Trockenheit ausgleichend wirkten.
Mit den Flusspegeln sinkt der Grundwasserspiegel
Ein Drittel der Messstellen in Oberösterreich verzeichnete heuer einen Tiefstand wie nie zuvor in dieser Jahreszeit. Dazu leistet sicher auch die hohe Bodenversiegelung in unserem Land seinen Beitrag.
Wir alle wissen, dass Grundwasser für die Pflanzenwelt und die Landwirtschaft unentbehrlich ist und Menschen und Tieren als Trinkwasser bereit steht. Aber auch unsere Gebäude brauchen das Wasser im Boden, um darauf schadlos zu stehen. Senkt man das Grundwasser, können Mauern Spannungsrisse bekommen, Bodenplatten locker werden und Türen nicht mehr richtig schließen.
Diese Ladung Drainagerohre, siehe Foto, für die Ableitung von Dach- und Oberflächenwässern bringt nichts Gutes für den Wasserhaushalt in Unterstetten: Dadurch wird viel Regenwasser abgeleitet, anstatt gefiltert dem Grundwasser zugeführt zu werden. Der lange steile Hang ober- und unterhalb der L528 trocknet nun rasch aus und den Fischen fehlt das Wasser in Trockenzeiten.
Wenn schon Regen heute seltener ankommt, sollten wir ihn doch vor Ort versickern lassen!
Zu Fuß gehen kann man auch auf nicht asphaltierten Wegen und seit 30 Jahren gibt es versickerungsfähige Parkflächen: TTE (Trennt. Trägt. Entwässert.) – Rasengittersteine aus Kunststoff aus dem Gelben Sack, siehe https://tte.at/
Retentionsbecken sind keine sich selbst erhaltenden Ökosysteme
Retentionsbecken sind zwar notwendig, wo man den Flüssen bereits zu viel Raum genommen hat, zu viel Boden versiegelt wurde oder weitere Verbauung „im Busch“ ist.
Doch der Gemeinde verursachen diese technischen Maßnahmen hohen Kontroll- und Arbeitsaufwand: Die Becken müssen gemäht, Mähgut und Anlandungen entfernt werden.
Nach einem Starkregenereignis müssen die Becken sich in höchstens 24 Stunden in Trattbach und Unterstettner Bach entleeren. Bliebe das retendierte Wasser längere Zeit stehen, könnte es zu einer Gelsenplage kommen, weil die in natürlichen Teichen lebenden Fressfeinde der Mücken fehlen.
Bei zunehmender Erderhitzung sind wir gefordert, mit Wasser enkeltauglicher umzugehen. Denn laut einer Studie des Umweltbundesamts wird Österreich bis zum Jahr 2050 mit bis zu 23% weniger Grundwasser auskommen müssen.