Skip to main content
    Barrierefreiheit
28.09.2025 Allgemein

Stellenabbau in Lenzing: Rückschlag für Wirtschaftsstandort

Die Auslagerung von wertvollen Verwaltungstätigkeiten ins billige Ausland sind ein weiterer Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Österreich und für zahlreiche Beschäftigte, die nun vor einer unsicheren Zukunft stehen.

„Vor allem bei einem Unternehmen wie der Lenzing AG, das hochwertige Fasern und ÖKO-Textilien herstellt, das sich auch der Notwendigkeit der ökologischen Transformation und der Nachhaltigkeit sehr bewusst ist, machen solche Nachrichten sehr betroffen. Die Lenzing AG ist ein wichtiger, regionaler Wirtschaftsplayer, seit Jahrzehnten stark in der Region verwurzelt und ein Arbeitgeber, mit dem sich die Beschäftigten seit jeher identifizieren. Verlagert man wichtige Stellen ins billige Ausland, ist das ein Schlag ins Gesicht der vielen Beschäftigen“, so Bundesrätin Claudia Hauschildt-Buschberger, Grüne Bezirkssprecherin in Vöcklabruck.

„Dieser neuerliche Stellenabbau, aber vor allem die Verlagerung von Verwaltung und somit Know-How ins Ausland, treffen die Region sehr schwer. Jetzt muss schnell gehandelt werden. Neben einem Sozialplan brauchen die Leute auch bedürfnisorientierte Weiterbildungsmaßnahmen, zum Beispiel in den Bereich Digitalisierung und KI. Gemeinsam mit dem AMS muss rasch überlegt werden, wie die von Kündigung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnellstmöglich wieder in eine Beschäftigung eintreten können, in der sie ihre Qualifizierungen bestmöglich einbringen können“, so die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz. Die konkreten Informationen zu den Stellenstreichungen und den weiteren Schritten sind vom Unternehmen für morgen, Montag, angekündigt.

„Diese Entwicklung bei der Lenzing AG ist ein weiteres Warnsignal und der dringende Aufruf an die verantwortlichen Wirtschaftspolitiker:innen im Bund und Land eine konkrete Strategie zu erarbeiten, wie der heimische europäische Markt längerfristig gestärkt werden kann, um die wirtschaftliche Unabhängigkeit voranzutreiben. Wir müssen dem entgegenwirken, dass immer mehr heimische Top-Unternehmen Produktion und Verwaltung auslagern, dorthin wo es unwürdige Arbeitsbedingungen und niedrige Umweltstandards gibt. Die starke Exportorientierung sowie die eigenwillige Zollpolitik von US-Präsident Trump verschärfen die Wettbewerbssituation aber selbstverständlich dramatisch.
Im Sinne des heimischen Arbeitsmarktes, des Wirtschaftsstandortes und nicht zuletzt wegen der globalen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen, müssen wir diesen Trend stoppen“, so Schwarz.

Anzusetzen ist vor allem bei den hohen Energiepreisen, sowie der aktiven Unterstützung der Industrie in Fragen der Transformation. Darüber hinaus muss in die Ausbildung investiert werden, um junge Leute in heimischen Betrieben zu halten und ihnen eine Zukunftsperspektive bieten zu können. Das Ziel muss sein, qualifizierte Arbeitskräfte aus der Region in heimischen Betrieben zu beschäftigen. Nur so kann auf lange Sicht der Wirtschaftsstandort Oberösterreich und die Region gesichert werden.

Ulrike Schwarz
Ulrike Schwarz

ehem. Landtagsabgeordnete

[email protected]
Claudia Hauschildt-Buschberger
Claudia Hauschildt-Buschberger

Bezirkssprecherin
Fraktionsobfrau der Grünen im Bundesrat
Gemeindevorständin, Fraktionsobfrau Seewalchen

[email protected]
Beitrag teilen