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05.05.2026 Beitrag

Scharnstein ist Fahrradgemeinde ... ähh, wie bitte?

Schild Fahrradweg
Scharnstein ist Fahrradgemeinde ... ähh, wie bitte?

Wir machen Scharnstein radfreundlicher!

Obwohl viele Wege/Fahrten im Alltag oft nur ein paar wenige Kilometer kurz sind, ist es ‚ganz normal‘ diese mit dem Pkw zurückzulegen – doch warum? Das Fahrrad besitzt doch etliche Vorteile: es ist billiger, die Bewegung an der frischen Luft tut uns gut und auch Umwelt & Mitmenschen profitieren durch weniger Lärm und geringere Emissionen!

 

Die Erklärung liegt meist in der autozentrierten Raumplanung, die sich bei uns in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgesetzt hat. Andere Fortbewegungsarten, wie der Öffentliche Verkehr, das Fahrrad oder das Zu-Fuß-gehen, wurden zurückgedrängt, auch wenn diese – gerade innerorts – dem Auto enorm überlegen sind.

 

Damit sich das ein Stück weit ändert, haben wir uns im vergangenen Jahr darum gekümmert, dass die Gemeinde eine (kostenlose) Fahrradberatung durch das Klimabündnis Oberösterreich erhält. Im Rahmen dieser Beratung fanden vier Workshops statt, in denen die aktuellen Bedingungen fürs Radfahren in Scharnstein analysiert und – darauf basierend – ein maßgeschneiderter Umsetzungsplan erarbeitet wurde.

 

Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Fahrrad bei zukünftigen Entscheidungen mitgedacht wird. Oft reichen nämlich schon Kleinigkeiten aus, um Wege sicher & attraktiv zu gestalten. Wird jedoch schon bei der Planung nur ans Auto gedacht, ist es nach der Umsetzung meist kaum noch möglich, sichere Bedingungen für alle VerkehrsteilnehmerInnen zu schaffen.

 

Auch die Kommunikation, wie in einer Gemeinde über das Fahrrad gesprochen wird, ist entscheidend. Während dem Radfahren in der Freizeit ein enormer Stellenwert eingeräumt wird, wird es im Alltag oft belächelt und nur für jene als adäquat angesehen, die sich (noch) kein Auto leisten können. Eine positive Berichterstattung verbessert die Bedingungen zum Radfahren oft viel mehr als ein neuer Radweg und lässt es als gleichwertiges Fortbewegungsmittel erkennen. Die Diskussion über das Alltagsradeln wird leider oft sehr emotional geführt.

 

Uns geht es nicht um ein entweder/oder, sondern vielmehr um ein gemeinsames Miteinander. Das Auto soll nicht verteufelt werden und schon gar nicht sollen Menschen vorgeschrieben bekommen wie sie sich von A-nach-B bewegen. Es müssen aber faire Bedingungen geschaffen werden, damit jede und jeder die Möglichkeit hat auch mit dem Fahrrad fahren zu können. Erst wenn wir alle Rad- & AutofahrerInnen sind und uns darüber hinaus auch zu Fuß durch die Gemeinde bewegen, werden wir das nötige Maß an Rücksicht besitzen, um auf andere VerkehrsteilnehmerInnen ausreichend Acht zu geben.

 

Ein erster Schritt ist nun getan, dabei darf es aber nicht bleiben. Im März 2026 bekam Scharnstein offiziell den Titel ‚Radfahrgemeinde‘ überreicht, doch nur der Name alleine wird die Bedingungen für den Radverkehr noch lange nicht verbessern. Wir sehen es in unserer Verantwortung, die Anliegen der RadfahrerInnen in der Gemeindepolitik zu vertreten und wollen dazu beitragen, dass das Fahrrad ein sichtbares & sicheres Fortbewegungsmittel in Scharnstein wird.

Dominik Mandl
  • Ersatzgemeinderat
  • Ausschuss für Straßen, Wasser, Kanal & Mobilität
  • Radbeauftragter der Gemeinde
[email protected]
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