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03.09.2026 Allgemein

Psychiatrie Braunau: Jahrelange Versäumnisse rächen sich

Die teilweise Schließung der psychiatrischen Abteilung im Krankenhaus Braunau aufgrund fehlender Fachärzte ist ein weiteres Warnsignal für die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich

“Was wir jetzt in Braunau erleben, sind die Früchte jahrelanger Versäumnisse in der oberösterreichischen Gesundheitspolitik. Der Fachkräftemangel ist nicht über Nacht entstanden. Seit Jahren wissen wir, dass Ärzte und Ärztinnen in bestimmten Regionen und Fachrichtungen fehlen werden und dass gerade periphere Standorte besonders unter Druck geraten. Trotzdem wurden die notwendigen strukturellen Antworten viel zu lange aufgeschoben“, sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, LAbg. Brigitte Huber-Reiter.

Dass Patient:innen aus den Bezirken Braunau, Ried und Schärding nun teilweise auf andere Krankenhäuser verteilt werden müssen, zeigt für Huber-Reiter, dass es längst nicht mehr um ein abstraktes Personalproblem geht: „Wenn Betten gesperrt werden und Menschen für psychiatrische Versorgung weitere Wege zurücklegen müssen, dann hat der Personalmangel unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung.“

Die Grünen fordern daher eine langfristige Personal- und Ausbildungsstrategie für die psychiatrische Versorgung. Es braucht attraktivere Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung, um Fachärzte und Fachärztinnen für die Psychiatrie zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Gleichzeitig muss die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht und eine ausreichende Dichte an Ausbildungs- und Klinikplätzen sichergestellt werden. Gerade Standorte außerhalb der Zentralräume brauchen zudem gute Rahmenbedingungen um im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte bestehen zu können.

“Es reicht nicht, darauf zu hoffen, dass sich bis Ende Jänner genügend Fachärzte und Fachärztinnen finden und die gesperrten Betten wieder geöffnet werden können. Wir müssen die grundsätzliche Frage beantworten, wie die psychiatrische Versorgung in Oberösterreich in den kommenden zehn oder zwanzig Jahren organisiert und personell abgesichert werden soll. Das Prinzip Hoffnung ist keine Gesundheitspolitik“, so Huber-Reiter.

Brigitte Huber-Reiter
Brigitte Huber-Reiter

Landtagsabgeordnete

Gemeinderätin, Bezirkssprecherin

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