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18.04.2022 Allgemein

Photovoltaik in Österreich

PV-Module auf der Wiese

Die vom OÖ. Landtag beschlossene Energiestrategie „Energieleitregion OÖ 2050“ legt fest, dass wir bis dahin über 6000 GWh an erneuerbarer Energie zubauen müssen. 

 

Die schon sehr stark ausgebaute Wasserkraft wird hier weniger dazu  beitragen können und bei Windkraft fehlt (unseres Erachtens) der politische Wille. 

So steht die Photovoltaik vor der großen Herausforderung den Bedarf von 

5500 GWh zu stemmen. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1,3 Mio. Haushalten. Somit mehr, als es Haushalte in OÖ gibt, da wir ja auch für Industrie und Verkehr Strom erzeugen müssen.

 

Nur die Dächer mit PV-Anlagen zu bestücken, wird nicht reichen. 

Man braucht dazu auch noch PV Anlagen auf Flächen, die 0,5% von ganz OÖ entsprechen. Diese PV-Anlagen werden unter den verschiedenen Begriffen wie Solarpark, Freiflächen-Photovoltaik und Agri-Photovoltaik zusammengefasst. 

Diese ebenerdigen Anlagen unterscheiden sich vor allem dadurch, ob und wie die Fläche unter den Paneelen landwirtschaftlich genützt werden kann.

 

Der geopolitische Zusammenhang

Der Krieg in der Ukraine zeigt uns außerdem auf, wie wichtig der Umstieg auf klimaneutrale Energieproduktion ist, weil uns einerseits ein Aggressor wie Putin dann nicht mit Gaslieferungen erpressen kann und wir uns andererseits auch die gerade stark steigenden Energiepreise und die starke Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen ersparen könnten.

 

Der wirtschaftliche Faktor der Errichtung von PV-Anlagen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. 

Durchschnittlich bleiben 44% der gesamten Errichtungskosten im Land. Vor allem Personalkosten für Planung und Errichtung, aber auch der oberösterreichische Wechselrichtererzeuger Fronius sind nicht zu vergessen.

Ganz interessant ist auch zu betrachten, wie groß die österreichweit benötigte PV Freiflächenfläche im Verhältnis zum generellen Flächenverbrauch steht. 

Karte Flächenverbrauch

Halbe Fläche vom Grünen Veltliner nötig

 

Zur Veranschaulichung: 

 

Die benötigte PV Fläche ist

  • in etwa die halbe Fläche, auf der allein Grüner Veltliner angebaut wird.
  • nur ¼ größer, als wir Terrassen und Innenhöfe haben.
  • ca. ½ so viel, wie wir Abbau- und Deponieflächen haben.
  • nicht einmal 5% der Flächen, die wir für Straßenbau aufwenden.
  • Selbst die Straßenrandflächen sind fast 4-mal so groß wie die benötigte PV Fläche.

Photovoltaik in Dietach

 

So plant unter anderen die Firma Enery entlang der Winklinger Straße eine 30 MWp-Freiflächen-PV- Anlage zu errichten und hat mit mehreren Grundeigentümern bereits Vorverträge geschlossen. 

Die Fläche wäre prädestiniert, da sie alle Kriterien für PV-Freiflächenanlagen des Landes Oberösterreich erfüllt.

 

Diese sind z.B.:

  • Keine Hochwasserzone
  • 30m Abstand zu Bächen und Wäldern
  • Kein Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet
  • Nähe zu einem Umspannwerk (<7,5 km)
  • Nur Böden der schlechtesten Klasse 1 (beste ist 5)

 

Nun gibt es eine klare Priorität des Landes OÖ, wo Photovoltaik Anlagen errichtet werden sollen:

  • Auf Dächern („200.000-Dächer- Programm“)
  • Auf Flächen, welche bereits verbaut sind wie z.B. Parkplätze 
  • PV-Freiflächenanlagen auf belasteten Flächen wie Halden, Deponien, Brach-Verkehrs- oder Verkehrsrandflächen
  • PV-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlich mindernutzbaren Böden, vorrangig im Nahebereich von Umspannwerken
Photovoltaik am Gemeindeamt von Dietach

Unsere Vorstellungen sind:

  • Die Fläche unter den PV-Modulen  soll weiterhin ökologisch genutzt werden, sei es nun z.B. Weidefläche für Schafe, Hühner, Bienen, Biodiversitätsflächen, Gewinnung von Grünfutter. 
  • Im Zuge des Projekts sollen aber auch unsere Gemeindedächer (Volksschule, Feuerwehr, Bauhof, betreutes Wohnen), Firmendächer und große Dächer auf Gemeinschaftswohnanlagen und bäuerlichen Gebäuden mit PV-Modulen ausgestattet werden können. Dies könnte durch Miete der Dachfläche oder durch Verkauf der Module und Wechselrichter zum Großabnehmerpreis durch die Firma Enery erfolgen. 
  • Diese Großabnehmerpreise sollten auch privaten HausbesitzerInnen zur Verfügung stehen, um den Ausbau der PV auf deren Dächern zu fördern.
  • Auch größere Verkehrsrandflächen, wie z.B. entlang der B309 und bei deren Auffahrten, ebenso wie unsere großen Parkplätze sollten auf Tauglichkeit zur Installation von PV-Modulen überprüft werden.
  • Als Leuchtturmprojekt könnte auch eine Überdachung des Rad- und Gehweges zwischen Dietach und Dietachdorf angedacht werden.
  • Zu guter Letzt sollten auch alle DietacherInnen über ein Bürgerbeteiligungsmodell am Ertrag der PV- Module partizipieren können.

Da für eine derartig große PV-Anlage die Fläche umgewidmet werden muss und diese Umwidmung durch die Gemeinde erfolgen muss, haben wir hier den Schlüssel zu einer wirklich tollen, umfassenden Lösung in der Hand.

Oliver Lang
Oliver Lang

Gemeinderat
Ausschussobmann für Umwelt, Energie und öffentlicher Verkehr

[email protected]
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