Skip to main content
    Barrierefreiheit
28.10.2026 Allgemein

Petition gegen Reifendeponie Ohlsdorf: Altlasten beseitigen

LR Kaineder und LAbg. Rudi Hemetsberger bei der Übergabe der Petition in Ohlsdorf

Der Widerstand gegen die geplante dauerhafte Zuschüttung der Altreifendeponie in Ohlsdorf wächst. Mehr als 1.000 Menschen haben mittlerweile die Online-Petition „Trinkwasser schützen – gegen ein Reifengrab neben der Traun in Ohlsdorf“ unterstützt. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder traf sich kürzlich mit den Initiator:innen und nahm die gesammelten Unterschriften persönlich entgegen. Wie von der Bürgerinitiative gefordert, wird Kaineder die Petition an Landeshauptmann Thomas Stelzer weiterleiten.

„Ich kann die Sorgen und den Ärger der Menschen in Ohlsdorf sehr gut nachvollziehen. Niemand versteht, warum 59.000 Tonnen Altreifen, die längst hätten entsorgt werden sollen, nun einfach dauerhaft vergraben werden dürfen. Die Menschen wollen zu Recht, dass ihr Trinkwasser und ihre Umwelt auch für kommende Generationen geschützt werden. Ich unterstütze diese Forderung ausdrücklich“, betont Kaineder.

Die Geschichte der Reifendeponie reicht rund 50 Jahre zurück. Was ursprünglich als Zwischenlager für die Verwertung von Altreifen gedacht war, entwickelte sich zu einem der größten Altlastenfälle Oberösterreichs. Bereits 2011 wurde die vollständige Räumung und fachgerechte Entsorgung behördlich vorgeschrieben. Ende 2024 beantragte die Betreiberfirma jedoch, auf die weitere Räumung zu verzichten und die verbliebenen Reifen dauerhaft im Boden zu sichern. Dieser Antrag wurde auf Grundlage des Altlastensanierungsgesetzes des Bundes genehmigt. Ein Restrisiko, insbesondere durch mögliche Schwelbrände, bleibt bestehen.

Genau darin liegt das rechtliche Dilemma. Die zuständige Behörde hatte auf Grundlage des geltenden Bundesrechts über den konkreten Antrag der Betreiberfirma zu entscheiden. Dass dadurch eine ursprünglich vorgeschriebene vollständige Räumung durch eine dauerhafte Sicherung ersetzt werden kann, sei umweltpolitisch nicht akzeptabel.

„Es kann doch nicht sein, dass eine Unternehmerfamilie jahrelang mit der Übernahme von Altreifen Millionen verdient und am Ende die vollständige Beseitigung der Altlast aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben wird. Was rechtlich möglich ist, muss deshalb noch lange nicht richtig sein. Umweltminister Totschnig ist gefordert, das Altlastensanierungsgesetz grundlegend zu überarbeiten. Die vollständige Beseitigung von Umweltgefahren muss wieder Vorrang haben“, fordert auch der Grüne LAbg. Rudi Hemetsberger.

„Die Menschen in Ohlsdorf dürfen mit diesem Problem nicht alleingelassen werden. Wir müssen verhindern, dass aus einer jahrzehntealten Altlast eine Belastung für viele weitere Generationen wird“, so Kaineder abschließend.

Stefan Kaineder
Stefan Kaineder

Klimalandesrat und Landessprecher

[email protected]
Rudi Hemetsberger
Rudi Hemetsberger

Landtagsabgeordneter und Bürgermeister

[email protected]
Beitrag teilen