Nachruf auf Erich Josef Langwiesner
8. Juli 1950 - 31. Mai 2026 –Schauspieler, Theatermacher, Sänger, Schriftsteller, Gemeinderat
„wie du warst, wie du bist, das weiß keiner, das ahnt niemand! – beklag er sich über das …?“
(Hugo von Hofmannstal: Der Rosenkavalier)
Mit einem Zitat aus seinem heißgeliebten Rosenkavalier hat er gerne seine Beiträge auf der Kulturseite der BrennNessel begonnen. „… beklag er sich?“ Ja, er hat sich beklagt, über die seiner Meinung nach zu geringe Wertschätzung der Kulturpolitik in der Gemeinde. Ich musste ihm manchmal schonend beibringen, dass es in der Gemeinde auch noch andere wichtige Themen gibt.
Biographische Eckdaten:
Seit 2003 war er auch für die Grünen Gmunden als Gemeinderat tätig, sicher mit dem Schwerpunkt Kulturpolitik. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich für seinen Einsatz für ein lebenswertes Gmunden herzlich bedanken.
Ab 1975 widmete er sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Seine Werke, Prosa und vor allem seine Gedichte sind im Verlag Nina Roiter erschienen.
2009 erhielt er die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich.
Nach seiner Pensionierung hat er unter anderem noch bei den Operettenspielen in Bad Hall und Bad Ischl mitgewirkt. Das Theater hat ihn nicht losgelassen. Oft ist er auch in seiner Heimatstadt Gmunden aufgetreten, zum Beispiel bei Inszenierungen der Gmundner Festwochen und vor allem bei Lesungen seiner eigenen Werke. Er hat es mit den Gedichten den LeserInnen nicht leicht gemacht. Sie spiegeln sein persönliches Empfinden wider. Leichter tu ich mir mit seiner Prosa, betreffen sie doch auch unsere gemeinsame Kindheit in Gmunden – er als „Schuldiener-Bub“, so hat es damals geheißen, und ich als Schüler der Knaben Volks- und Hauptschule.
Am 18. Juli 2020 hat er in der schwierigen Zeit der Corona-Epidemie die Obmannschaft des Gmundner Kammerchores übernommen. Unter dem Schlagwort Kalvarikult war ihm die Aktivierung der Kalvarienbergkapelle für kulturelle Veranstaltungen ein großes Anliegen. Beim Konzert des Gmundner Kammerchores am 5. Juni 2026 in der Kalvarienbergkapelle werden wir schmerzhaft erfahren, wie sehr er uns fehlt.
Ein Langzeitprojekt waren die sogenannten ABC-Lesungen an Lenaus Morgensitz auf der Traunpromenade. Jedes Jahr hat in alphabetischer Reihenfolge ein Dichter den Schwerpunkt gebildet. In der letzten BrennNessel hat er für 15. August die Schlussphase angekündigt. Den Buchstaben Z wird er wohl mit den Engeln vollenden müssen.
Doch mehr als sein schauspielerisches und dichterisches Schaffen interessiert mich der Mensch Erich. Er war ein Original. Einen zweiten Erich gibt es nicht. Mit seinem uralten, schwarzen Puch-Moped hat er zum Stadtbild gehört. Es ist eine Pikanterie am Rande, dass dieses Moped vor wenigen Wochen den Geist aufgegeben hat.
Mir hat er vor wenigen Tagen noch spontan ein Gedicht gewidmet. Es beginnt mit den Worten „auf den : Punkt …“ und endet mit den Worten „… enden aus dem nichts“. Im Nachhinein empfinde ich dieses Gedicht wie eine Vorahnung.
„leicht muss man sein, mit leichtem herzen und leichten händen!“ Rosenkavalier
In Liebe und Dankbarkeit geben wir bekannt, dass unser Lebensgefährte
Erich Josef Langwiesner
am Sonntag, dem 31. Mai 2026, im 76. Lebensjahr von uns gegangen ist.
Es besteht die Möglichkeit zur stillen Abschiednahme am Dienstag, dem 9. Juni 2026, von 10.00 bis 20.00 Uhr in der Aufbahrungshalle am Stadtfriedhof Gmunden.
Wir geleiten die Urne unseres Verstorbenen am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, um 14.00 Uhr, von der Aulahrungshalle zu seiner letzten Ruhestätte am Stadtfriedhof.
In Dankbarkeit,
Renate
Julian
alle Verwandten, Freunde und Wegbegleiter.