Skip to main content
    Barrierefreiheit
25.03.2026 Allgemein

Maiglöckchen vs. Osterlamm – einer stirbt immer

Ich wollte eigentlich nur einen netten Ostertext schreiben.
Etwas mit Frühling, Blumen, vielleicht ein bisschen „Genuss und Gemeinschaft“.
Auch wie man Bärlauch von Maiglöckchen unterscheidet.

 

Bei der Bildrecherche ist mir dann eine Werbung entgegen gehüpft:
ein mega süßes Lämmchen – mit der Überschrift: „Unser liebstes Osterlamm“.
Und ich bin – wie leider schon öfter – beim Thema hängen geblieben.
Ich habe mich gefragt: Wissen wir eigentlich alle, dass „Lamm“ einfach ein Babyschaf ist – und keine besondere Tierart?

 

Und weiter: Essen wir wirklich ein Baby – ausgeet zu einem Fest, das für Leben und Neubeginn steht?

Ich höre oft: „Lamm schmeckt so zart und “schafelt” nicht so stark.“

Und genau das ist es: Es schmeckt milder, weil es ein junges Tier ist.
Ein „Milchlamm“ ist oft nur wenige Wochen bis Monate alt. „Mastlämmer“ werden meist innerhalb ihres ersten Lebensjahres geschlachtet. Das, was als besonders „fein“ gilt, ist also genau das junge Alter.

 

Ich merke, wie schnell Gedanken auftauchen wie Tierleid, Schlachtung oder das frühe Trennen von Mutter und Jungtier. Zorn, Ärger … aber für diesen Text wollte ich bewusst einen anderen Zugang wählen: Nicht anklagen – sondern zum Nachdenken einladen.

 

Das „Osterlamm“ hat seinen Ursprung in religiösen Ritualen.
Im Judentum wurden Lämmer zum Pessachfest geopfert, im Christentum wurde das Lamm später zum Symbol für Jesus, das „Lamm Gottes“. Über die Jahrhunderte entwickelte sich daraus ein Festessen.
Was früher ein seltenes Ritual war, ist heute Teil eines Systems geworden, in dem Tiere vor allem als Nutztiere gesehen werden.

 

Ein kurzer Blick auf Österreich

  • Über 400.000 Schafe werden in Österreich gehalten
  • Jährlich werden rund 600.000–750.000 Schafe und Lämmer geschlachtet
  • Zusätzlich werden Tiere exportiert (z. B. rund 20.000 im Jahr 2019)
  • Quellen: Statistik Austria, Verein gegen Tierfabriken

 

Besonders rund um Ostern steigt die Nachfrage nach Lammfleisch deutlich an.

Osterlamm – Pro und Contra

Pro:

  • Tradition
  • „War schon immer so“
  • Schmeckt nicht so nach Schaf

Contra:

  • Jungtiere/Babys werden für ein Festessen getötet
  • Steht im Widerspruch zum Gedanken eines „Festes des Lebens“
  • Tierhaltung belastet Klima und Ressourcen

 

 

Eine einfache Alternative

Traditionen dürfen sich verändern. Wer trotzdem sein Osterlamm essen will – tut es. Jeder darf das selber entscheiden. Wer es dieses Jahr auslassen möchte hier eine süße Alternative:

Osterlamm (Kuchen)

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 120 g Zucker
  • 1 Pkg. Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Vanillezucker
  • 250 ml Pflanzenmilch
  • 80 ml Pflanzenöl (zum Beispiel: Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 1 TL Apfelessig

 

Zubereitung:

Alles verrühren, bei 180 °C ca. 35–45 Minuten backen,
auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen.

 

Inspirationen für ein pflanzliches Osterfest (herzhaft & süß):

Zucker & Jagdwurst – Vegane Osterrezepte: https://www.zuckerjagdwurst.com/de/kategorien/vegan-ostern-rezepte

Bianca Zapatka – Ostern vegan: https://biancazapatka.com/de/ostern/
VGT Österreich: https://www.vegan.at/ostern

PS: Auch beim Osternest lässt sich ganz leicht umdenken:
Es braucht keine Kuhmilch – es gibt mittlerweile unglaublich viele gute vegane Süßigkeiten.

Es lebe das Leben. 🌷