Landwirtin und Landwirt aus Leidenschaft
Der Bauernhof von Franz und Silvia Rammer im Aistbergthal in Ried ist ein idyllisches Fleckchen Erde. Hinter dem vorbildlichen Betrieb, den das Ehepaar seit 1998 als Bio-Landwirtschaft führt, verbirgt sich viel Arbeit. Neben der Milchwirtschaft betreibt die Familie auch eine Kompostieranlage. Sie stellt hochwertigen Biokompost her, der direkt ab Hof verkauft wird. Strauch- und Grünschnitt der Rieder:innen sorgen für wertvollen Humus.
Silvia und Franz sind zwei ganz besondere Menschen. Neben der bäuerlichen Arbeit engagieren sie sich auch in der Klimabewegung. Eine besondere Aktion 2023 war das „Klimaläuten“ vor dem Landhaus in Linz. Hier wurde mit anderen Aktivist:innen lautstark auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft hingewiesen. Als Teil der Interessensvertretung der „Via Campesina“ und des ÖBV sowie der „Humus Bewegung“ setzen sich beide für eine nachhaltige Landwirtschaft ein.
Herausforderungen am Biobetrieb – Klimaveränderung und Bürokratie
Die Veränderung des Klimas macht den Landwirten besonders zu schaffen. Auf Hitzeperioden, die ihren Lehmboden austrocknen, folgen sintflutartige Regenfälle. Beides schmälert die landwirtschaftlichen Erträge und somit neben dem Einkommen der Bauern und Bäuerinnen auch die Lebensgrundlage aller Menschen. „Es geht hier letztlich um unsere Lebensmittel, unser tägliches Brot!“
Reizthema für die Rammers ist die Bürokratie, die ein freies Wirtschaften und Bewirtschaften immer schwieriger macht. Durch die derzeitige Förderpolitik wird das Führen eines nachhaltig arbeitenden, kleinen Biobetriebes immer unattraktiver. „In Ried gibt es aktuell nur noch sieben Milchbauern, mit teilweise negativen Vorzeichen für den Weiterbestand“, führt Franz aus. „In Österreich haben um die 2000 Biobetriebe wegen eines neuen Systems von Auflagen aufgegeben!“
Gewünscht: Wertschätzung für die Vielfalt
Silvia, die auch eine begnadete Gemüsegärtnerin ist und Obstbäume veredelt, wünscht sich mehr Wertschätzung der Gesellschaft für die Arbeit, die die Landwirt:innen täglich leisten. Der Konsument entscheidet schließlich, mit dem, was auf seinem Teller landet, wie produziert wird. Kritisch sieht das Paar auch die teilweise sehr feindselige Haltung gegenüber der Milchwirtschaft. Nicht die Kuh sollte das Feindbild sein, sondern die Massentierhaltung.
Dabei ist gerade die Biolandwirtschaft prädestiniert dafür, die Diversität der Natur und den Erhalt eines natürlichen Lebensraumes zu gewährleisten. „Biologisches Wirtschaften hat seinen Preis und das sollte auch honoriert werden.”