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22.04.2026 Allgemein

Ist Bad Ischl pleite?

Handkassa

Jedes Jahr macht die Stadtgemeinde einen Kassensturz, den Rechnungsabschluss. Die aktuelle Version für das Jahr 2025 zeigt klar: Bad Ischl ist nicht pleite, aber es gibt Gründe, genau hinzuschauen.

 

Die gute Nachricht ist der operative Haushalt

Die laufende Gebarung ist im Plus. Das heißt, die Gemeinde finanziert den Alltag aus eigener Kraft. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein starkes Fundament.

Auch die Einnahmen entwickeln sich wieder – u.a. ist die Kommunalsteuer seit 2022 deutlich gestiegen, sogar stärker als die Inflation. Das zeigt: Die Ischler Wirtschaft funktioniert, Bad Ischl bleibt ein attraktiver Standort für Betriebe und Tourismus.

 

Investitionen statt Stillstand

Gleichzeitig wurde investiert: in Schulen, Feuerwehr, Energie, Wasser und Abwassersysteme. Und das ist gut so.

Denn diese Ausgaben sind keine Extras, sondern das Rückgrat einer funktionierenden Stadt. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.

Wir Grüne sagen klar: Diese Investitionen sichern Lebensqualität, schaffen wirtschaftliche Perspektiven und sind entscheidend für wirksamen Klimaschutz.

 

Rücklagen sind nicht verschwunden

In der politischen Diskussion taucht immer wieder der Begriff Scheinrücklagen auf. Das ist aus unserer Sicht nicht korrekt.

Rücklagen sind Teil des Vermögens der Gemeinde. Sie entstehen aus Überschüssen vergangener Jahre. Wenn sie verwendet werden, verschwinden sie nicht, sondern werden eingesetzt.

Oder einfach gesagt: Wer sein Erspartes in die Sanierung seines Hauses steckt, hat es nicht verloren, sondern den Wert seines Hauses erhöht.

Genau das ist in Bad Ischl passiert. Ein Teil der Rücklagen wurde für Investitionen genutzt. Sie sind daher nicht mehr als Geld am Konto vorhanden, sondern stecken heute in Infrastruktur und Projekten.

Was allerdings stimmt: Diese Mittel sind derzeit nicht frei verfügbar und auch nicht im Detail nachvollziehbar dargestellt. Hier braucht es künftig mehr Transparenz.

 

Die Liquidität ist ein Problem

Was wir nicht schönreden: Die Liquidität ist aktuell sehr niedrig.

Das bedeutet, dass wenig Geld kurzfristig verfügbar ist. Das schränkt den Handlungsspielraum ein und erfordert eine sorgfältige Steuerung in den nächsten Jahren.

Das ist der Punkt, über den wir ernsthaft sprechen müssen, nicht über Schlagworte, sondern über Lösungen.

 

Wirtschaft läuft, aber nicht automatisch

Die Entwicklung der Einnahmen zeigt: Unsere wirtschaftliche Basis ist stabil. Aber sie ist kein Selbstläufer. Deshalb ist es richtig, dass Bad Ischl an einer Wirtschaftsstandortstrategie arbeitet, genauso wie an einer Klimastrategie und einem Stadtentwicklungskonzept.

Diese Themen gehören zusammen: ein starker Wirtschaftsstandort, eine lebenswerte Stadt und eine klimafitte Zukunft.

 

Unser Fazit

Bad Ischl ist nicht pleite. Die Stadt steht auf einem soliden Fundament.

Aber der finanzielle Spielraum ist enger geworden. Und es wird wohl nicht leichter.

Jetzt geht es darum, klug zu steuern, die Liquidität zu sichern, die Transparenz zu verbessern und weiter gezielt zu investieren. Denn eines ist klar: Wer heute richtig investiert, sichert die Zukunft von morgen.



Martin Schott
Martin Schott

Stadtrat für Klimaschutz, Wirtschaft und Tourismus

Bad Ischl
Stv. Schriftführer Bezirksvorstand

[email protected]
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