Irritierende ÖAAB-Kandidatur Wögingers
Netzwerke sind stärker als jede Rücktrittskultur – die ÖVP erweist sich und dem ohnehin ramponierten Politik-Vertrauen einen Bärendienst
„August Wöginger kandidiert also wieder als ÖAAB-Obmann. Das irritiert einerseits, weil so ein Gerichtsentscheid kaum zu so einer Führungsposition qualifiziert, sondern zu klaren persönlichen Konsequenzen führen müsste. Anderseits überrascht die Kandidatur nicht, weil es ins jahrzehngelang eingeübte Verhaltensmuster der Funktionärsparteien passt. Netzwerke sind stärker als jede Rücktrittskultur. Das haben wir in den ÖVP mit Wöginger. In der FPÖ mit dem Weiterhin-LAbg. Norbert Hofer nach seiner Alko-Fahrt und der Top-Job für eine Vertraute der SP- Sozialministerin macht auch keinen schlanken Fuß. Nur um Beispiele der letzten Zeit zu nennen. Das mangelnde Vertrauen in die Politik hat einen Grund“, kommentiert die Grüne Landesgeschäftsführerin Ursula Roschger die Kandidatur Wögingers.
Für Roschger erweist die ÖVP sich und der gesamten Politik einen Bärendienst. „Diese Kandidatur wird in der Bevölkerung nicht gut ankommen. Sie dürfte auch in Teilen der Volkspartei nicht gut ankommen und die Personalie Wöginger auch für die weitere Zeit am Köcheln halten. Sie wird auch den Unmut über die Politik weiter befeuern und ist wenig geeignet der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Die Politik braucht Transparenz, Konsequenz und keine Seilschaften quer durch alle Parteistockwerke. Da sei allen Funktionärsparteien ins Stammbuch geschrieben“, betont Roschger.