Sonderpädagogischer Förderbedarf massiv gestiegen
Grüne Anfrage zu den Gründen für den Anstieg – Mittel müssten längst angepasst werden - Land zeigt auf den Bund, der zaudert
„Schüler:innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden immer mehr. Und die verantwortliche Politik schaut zu. Der Förderbedarf wird immer mehr und die Mittel müssten längst angepasst werden. Aber die verantwortliche Politik schaut auch hier zu. Das Land zeigt auf den Bund und der zaudert. Das ist der völlig unbefriedigende Stand bei dieser Riesenherausforderung. Viele Wochen sind mittlerweile ins Land gezogen, seit die Landespolitik gegenüber den Eltern der betroffenen Schüler:innen und Elternvertreter:innen große Worte gefunden hat. Sehr leise ist es geworden, das ist inakzeptabel und beschämend“, fasst der Grüne Bildungssprecher LAbg. Reinhard Ammer zusammen.
Von 5.095 im Schuljahr 2015/16 auf 6.561 im Schuljahr 2025/26 ist in Oberösterreich die Zahl an Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf gestiegen. Das sind 28,8 Prozent mehr innerhalb von zehn Jahren, hat eine Anfrage der Grünen an LRin Haberlander ergeben. Die Gründe dafür wollen die Grünen im jüngsten Landtag durch eine mündliche Anfrage wissen. Etwa weil die betroffenen Schüler:innen länger in der allgemeinen Pflichtschule bleiben, weil sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geändert hätten oder es mehr psychische Belastungen und Krisen gäbe, war die Antwort von LRin Haberlander.
„Alles nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist, wenn selbst LRin Haberlander eine Aufstockung der SPF-Mittel auf zumindest 5,3 Prozent als nötig sieht und nichts passiert. Das Land setzt zwar eigene Maßnahmen, aber ohne Aufstockung der Fördermittel ist das zu wenig. Auf den Bund zu zeigen, ist zu wenig. Und als Land OÖ eine Vorfinanzierung wie von uns gefordert abzulehnen, ist auch zu wenig. Da werden viele Schüler:innen und Eltern im Stich gelassen. Wir werden da nicht mitmachen“, versichert Ammer.