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    Barrierefreiheit
01.07.2026 Allgemein

Hitze und Armut, eine fatale Kombination

Eines vorweg, ich schreibe diesen Text am 25.6., für diese Woche sind in Österreich Temperaturen bis zu 40 Grad prognostiziert und alle ächzen unter dieser Belastung.

 

Viele suchen sich Möglichkeiten, um die Hitze irgendwie erträglicher zu machen. Sei es im Parkbad, im eigenen Garten mit Pool, in klimatisierten Einkaufszentren oder einfach mit einem Eis von der Eisdiele.

 

Was hier aber untergeht und ich hier mal wieder ins Bewusstsein holen möchte: eine Gruppe unserer Mitmenschen trifft die Hitze noch wesentlich stärker als viele andere: von Armut betroffene Menschen.

 

Wir neigen ohnehin dazu, Armut in unserer Mitte auszublenden. Es wird meist nicht darüber geredet, es wird teilweise stigmatisiert. Die Gründe, warum Menschen in Armut gelangen, sind vielschichtig.

 

 

Aber warum sollte diese Bevölkerungsgruppe jetzt stärker von Hitze betroffen sein als andere?

 

 

Einerseits sind besonders Menschen an oder unter der Armutsgrenze entweder in besonders anfälligen Jobs oder zum Beispiel pflegebedürftig und damit ohnehin schon körperlich geschwächt.

 

Andererseits fehlt genau dieser Gruppe die Möglichkeit, die Hitze abzumildern. Die Menschen wohnen meist in älteren Wohnungen mit schlechter Isolierung, was die Hitzebelastung in der Wohnung noch schlimmer macht.. Balkone, Terrassen oder gar Gärten gibt es so gut wie nie. Einen persönlichen Pool sowieso nicht.

 

Aber das ist nur die Spitze des Eisberges.

 

Schnell mal auf ein Eis gehen? Für viel mehr Menschen als wir meistens wahr haben wollen ist das eine finanzielle Belastung. Auch wenn man sich beim Spar von der Eigenmarke Birneneis um 30cent pro Stück kaufen kann (im 10er Pack, also 3€), ist das für leider viel zu viele Menschen nicht leistbar. Jeder Euro muss hier genau verplant werden um am Ende die Miete stemmen zu können.

 

Schnell mal ins Parkbad? Auch wenn die Preise hier natürlich gestützt sind, ist das für viele Menschen ein Luxusgut, das schlicht nicht ins Haushaltsbudget passt. Schon gar nicht für die alleinerziehende Mutter mit zB 2 Kindern.

 

Und das ist dann auch noch mit der Scham behaftet, dass man nicht darüber sprechen kann.

 

Natürlich haben wir im Salzkammergut die glückliche Situation, dass man kostenfrei an den Flüssen und vielfach an den Seen Baden gehen kann, das lindert zumindest diesen Teil.

 

 

Und schließlich kommt noch die Mobilität dazu. Wer in der glücklichen Lage ist, ein Auto mit Klimaanlage zu fahren, kann sich den Weg in die Arbeit hier lindern. Wer aber darauf angewiesen ist, mit dem Rad, zu Fuß oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, bekommt die Hitze mit voller Wucht ab. Denkt an ältere Damen, die mit dem Einkaufstrolley zum Supermarkt müssen.

 

Es gibt noch viele Beispiele wie diese. Kleinere und größere Auswirkungen, die insgesamt dazu führen, dass Armut das Hitzetod Risiko verdoppelt, so die Armutskonferenz in einer aktuellen Aussendung.

 

 

Was kann hier von der Öffentlichkeit gemacht werden?

 

Erstens für uns alle: seid wachsam für eure Umgebung. Schaut, ob ihr Personen seht, die sichtbar körperlich geschwächt oder belastet sind und zum Beispiel kurz vor dem Hitzschlag.

 

Zweitens: wir müssen gemeinsam dafür sorgen, Bereiche zu schaffen und zu erhalten, die man zur Linderung der Hitze nutzen kann. Parks und generell Grünraum, Schattenplätze, freier Zugang zu Wasserflächen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Personen, die auf Radfahren, zu Fuß gehen und den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, diesen schnell, direkt, einfach und barrierearm nutzen können.

 

Und drittens: wir dürfen nicht bei genau dieser Gruppe, die ohnehin schon die vulnerabelste in unserer Gesellschaft ist, noch weiter sparen. Jeder Euro, der hier eingespart wird, verschlimmert die Situation zusätzlich.

 

Bitte haltet die Augen offen! Schaut gegenseitig auf euch und schaut auf eure Mitmenschen!