!? Heizungstausch ?!
2024 ist ein guter Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, wie ich in Zukunft heizen will!
Bei der Auswahl Ihrer zukünftigen Heizung haben Sie die Qual der Wahl. Sie können zwischen verschiedenen Heizungssystemen und Energieträgern wählen. Grundsätzlich sollte die neue Heizung klimafreundlich sein, zu Ihren Bedürfnissen passen und den jetzigen sowie zukünftigen Zustand Ihres Hauses/Ihrer Wohnung berücksichtigen. Zudem sollten Sie im Blick haben, dass das Heizen mit fossilen Brennstoffen jedes Jahr aufgrund des CO2-Preises teurer wird und Sie beim Heizungswechsel eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre treffen.
Empfehlungen und Ratgeber gibt es viele. Es wird jedoch in jedem Fall notwendig werden, ein Gespräch mit ihrem Heizungsfachbetrieb durchzuführen.
Zuerst sollten mögliche Dämmungsmaßnahmen eine Rolle spielen, damit die Heizungsanlage eventuellkleiner ausfallen kann. Ebenso machen Überlegungen Sinn, wie eine mögliche Erweiterung der alten Heizanlage mit einer alternativen Heizungsform (eine sog. Hybridanlage) funktionieren könnte.
Aber Achtung:
Bei Hybridanlagen, also beispielsweise die Erweiterung einer bestehenden Gastherme mit einer Wärmepumpe, um Gas zu sparen, gibt es laut Installationsunternehmen NULL Förderungen.
Wenn Sie in Zukunft überhaupt kein Gas mehr benötigen, dann sollten Sie aus Sicherheitsgründen Ihren Gasanschluss vom Netzbetreiber stilllegen oder zurückbauen lassen, Sie zahlen sonst nach wie vor dafür Miete.
Ebenso ist es wichtig, den Gasliefervertrag rechtzeitig zu kündigen. Die Stilllegung eines Anschlusses begründet nicht zwingend ein Sonderkündigungsrecht.
Vor- und Nachteile werden auch bei der beliebten Fernwärme sichtbar.
Die Fernwärme ist generell unkompliziert zu bedienen, hat jedoch eine Monopolstellung und kann dadurch in Anbetracht fehlender Alternativanbieter die Preise diktieren. Großteils wird nach wie vor mehr als die Hälfte der angebotenen Wärme aus Gaskraftwerken gewonnen und man bekommt keine Auskunft, weder vom Unternehmen noch von der Gemeinde, wie die nächsten Ausbaupläne der Fernwärme sich gestalten.
Ebenso wird es wahrscheinlich in Zukunft, aufgrund der Problematik des Kältemittels, keine Wärmepumpe mehr geben, wo das Kältemittel zwischen Innen- und Außeneinheit fließt. So wird die Heizungsflüssigkeit mit isolierten Verbindungsrohren in der Außeneinheit erwärmt, was natürlich unterschiedliche technische Voraussetzungen bedingt.
Wärmepumpen liefern etwa 3mal so viel Wärme, als Energie, die hineingesteckt wird, brauchen aber sehr viel Strom. Zu überlegen ist des Weiteren daher auch eine Kombination mit einer PV-Anlage.
Folgende Fragen sollten Sie mit Ihrer Heizungsinstallateurin oder Ihrem Heizungsinstallateur vor dem Austausch klären, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ein guter Betrieb sollte zu allen Fragen ausreichende Informationen geben können – ist das nicht der Fall, holen Sie weitere Angebote ein.
- Wann ist ein guter Zeitpunkt für die Heizungsmodernisierung?
- Wie lange müssen Sie bis zur Installation der neuen Heizung warten?
- Welche Erfahrungen hat der Betrieb mit dem gewünschten Heizsystem?
- Wer entsorgt die alte Heizungsanlage?
Seitdem der Heizungstausch gefördert wird, sind leider bei vielen Installationsbetrieben die Anschaffungskosten neuer Heizungsanlagen rasant angestiegen.
Sollten Heizungstauschwillige aber mit dem Heizsystem eines gewünschten Herstellers liebäugeln, empfiehlt es sich, die Suche dort zu beginnen. Bei den Herstellern erfährt man meist, mit welchen Fachpartnern sie zusammenarbeiten.
Heizungstausch-Förderungen für Ein- und Zweifamilienhäuser:
Die Gesamtförderung des Bundes ist mit max. 75 % der förderungsfähigen Investitionskosten begrenzt (Ausnahme: Menschen mit geringem Einkommen netto 1904 € – hier werden bis zu 100 % gefördert). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gelten ab 01. Jänner 2024 folgende Förderpauschalen:
- Anschluss an die Nah- oder Fernwärme: 15.000 Euro
- Pellets-Zentralheizung oder Hackgutheizung: 18.000 Euro
- Scheitholz-Zentralheizung: 16.000 Euro
- Luft-/Wasser-Wärmepumpe: 16.000 Euro
- Wasser-/Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe: 23.000 Euro (für Bohrungen gibt es 5.000 Euro extra)
Wie hoch die jeweiligen Zuschüsse sind, lässt sich mittlerweile durch mehrere Onlinerechner, die zumeist von Unternehmen aus der Branche betrieben werden, vergleichen.
Für Endkunden wichtig zu wissen:
Die Förderungssumme wird erst NACH Umsetzung der Heizungs-Erneuerungsmaßnahmen und Vorlage der Endabrechnungsunterlagen ermittelt und ausbezahlt.
Also, wie gesagt, 2024 ist ein guter Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, wie ich in Zukunft heizen will! Im Besonderen für Haushalte mit geringem Einkommen ist der Zeitpunkt günstig, an einen Heizungstausch zu denken.
Denn wer weiß, wie lange noch die Förderungen laufen werden!