Anfrage zu Amazon: LR Achleitner weiß von (fast) nichts
Wirtschaftslandesrat interessiert sich offenbar mehr für Bagger, Beton und Bänderdurchschneiden als für echte Standortqualität
„Bagger, Beton und Bänderdurchschneiden. Das freut LR Achleitner. Das interessiert ihn offenbar weitaus mehr als echte Standortqualität. Die großflächigen Amazon-Projekte in OÖ findet er klarerweise fabelhaft, aber bei Details und Folgen ist er weitgehend blank. Wer solche Projekte politisch feiert, muss aber auch sagen können, was sie für Böden, Straßen, Gemeinden, Arbeitsplätze und Klima bedeuten. Statt allgemeiner Glückseligkeit erwarten wir vom LR bei solchen Projekten konkretes Wissen um die Konsequenzen“ zeigt sich der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr sehr unzufrieden mit den Antworten von LR Achleitner auf die Anfrage der Grünen zu den Amazon-Plänen in Oberösterreich.
Denn zu Bodenversiegelung, Verkehrsaufkommen und Arbeitsplätzen liefert der Landesrat kaum belastbare Antworten. Zum Energiebedarf und zur Energieversorgung liegen seinem Ressort ebenfalls keine Informationen vor. Fragen zu Photovoltaik, Energieeffizienz, Abwärmenutzung, klimafreundlicher Bauweise, Ladeinfrastruktur, emissionsarmer Zustellung und CO₂-Emissionen verweist Achleitner überhaupt an das Unternehmen.
„Das ist weniger zu als zu wenig. Erstmal betonieren und später vielleicht mal nachfragen, ob das Ganze auch sinnvoll war. Ob die Folgen dieses Projekt rechtfertigen und ob der Jubel nicht vielleicht doch verfehlt war. Was kümmert schon der Fehler von gestern – das ist keine Standortpolitik, das ist Standortjubel im Blindflug“, kritisiert Mayr.
Bei solchen großflächige Betriebsansiedlungen muss es für Mayr eine klare Checklist geben: transparente Angaben zu Arbeitsplatzzahl und Arbeitsplatzqualität, verpflichtende Prüfung von Bodenverbrauch und Alternativflächen, konkrete Verkehrskonzepte, Energiekonzepte sowie eine nachvollziehbare Bewertung der Klimaauswirkungen.
„Oberösterreich braucht keine Beton-Romantik, sondern Standortqualität. Dass ein Projekt den Menschen Vorteile bringt, dass es gute Arbeitsplätze schafft und die Lebensqualität sichert. Ein Bagger ersetzt keine Strategie, ein Spatenstich keine Fakten und ein Band zum Durchschneiden keine echte Standortqualität“, meint Mayr.