Integration braucht Förderung, nicht Belehrung
Integration gelingt nicht durch Belehrungen und PR, sondern durch Investitionen in Deutschkurse, Ausbildung und Arbeitsmarktintegration - genau dort werden aber Angebote und Mittel gekürzt
„Wenn LR Dörfel die Grundregelkurse als Erfolg verkauft und von Klarheit ab Tag 1 spricht, ist das nicht überraschend. Er beklatscht nur seine Lieblingsseite der Integrations-Medaille. Natürlich ist es sinnvoll, von Anfang an Orientierung zu geben. Aber Integration gelingt nicht durch Hausordnungen und Belehrungen, sondern durch konkrete Maßnahmen und beständige, ja mühevolle Arbeit. Nicht durch PR-Botschaften, sondern durch Investitionen in Deutschkurse, Ausbildung und Arbeitsmarktintegration. Genau dort werden aber Angebote und Mittel gekürzt“, reagiert die Grüne Integrationssprecherin LAbg. Ines Vukajlović auf die Bilanz von LR Dörfel.
“Durch den alleinigen Fokus auf eine Hausordnung und Grundregelkurse entsteht der Eindruck, als würde Integration nur über Regeln und Sanktionen funktionieren. Das greift zu kurz. Integration ist ein gegenseitiger Prozess, der Chancen braucht und nicht nur Vorschriften.“, betont Vukajlović.
Klarheit ist vor allem in der Finanzierung eines funktionierenden Integrationsnetzes erforderlich. Integrationsvereine leisten im Schatten dieser Benimm-Debatten tagtäglich enorme Arbeit, während ihre Mittel zunehmend gekürzt werden, vor allen in den Regionen. Gleichzeitig braucht es diese Klarheit für die vielen, die auf diese Angebote angewiesen sind, die ihren Integrationsprozess damit vorantreiben und auch in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen. „Wer von Klarheit spricht, muss diese auch bei der Finanzierung schaffen. Statt immer neue symbolische Maßnahmen zu präsentieren, muss es Planungssicherheit und ausreichende Mittel für jene, geben die Integration konkret ermöglichen“, betont Vukajlović.
„Statt immer neue Kurse aufzublähen, braucht es endlich Konsistenz in der Integrationspolitik. Wer hier nicht ausreichend investiert, erschwert Integration nachhaltig, unabhängig davon, wie viele Regelwerke verteilt werden“, meint Vukajlović.