Google: Region muss profitieren
Fest steht: Das Google-Rechenzentrum in Kronstorf wird Energie benötigen. Jede Menge. Aber dieses Projekt darf nicht einfach nur Energie verbrauchen. Es kann und muss Energie auch liefern. Das Potential besteht. Daher richten die Grüne eine klare Forderung an Energielandesrat Markus Achleitner. Das riesige Potenzial aus der Abwärme muss in der Region genutzt werden so, wie es das Oö. Energieeffizienzgesetz für große Rechenzentren vorsieht.
Die Menschen müssen profitieren – auch von der Energie
Die Ursprünge dieses Projekts liegen lange zurück. Nun wird es realisiert. Dass es ausgerechnet ein US-Hightech-Gigant dieses Rechenzentrum baut und nicht etwa ein europäisches Unternehmen, ist bedauerlich aber Fakt. Ebenso, dass der globale Tech-Player davon immens profitieren wird. Aber er kann nicht nur nehmen, sondern auch geben.
„Die falschen Entscheidungen rund um diesen Standort sind vor Jahren gefallen. Jetzt darf niemand die Hände in den Schoß legen. Wenn Google in Kronstorf einen riesigen Energie-Großverbraucher baut, dann muss Oberösterreich wenigstens das Maximum für die Menschen herausholen: Wärme für Wohnungen, Schulen und Betriebe“, fordert Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Ein Projekt dieser Größe muss so laufen, dass die Menschen in Oberösterreich profitieren. Die Kosten-Nutzen-Bilanz muss für Kronstorf, die Enns-Region und Oberösterreich stimmen. Dazu gehört die Antwort, was mit der enormen Abwärme passiert. Denn in einem Rechenzentrum wird am Ende fast die ganze eingesetzte Energie zu Wärme. Wer diese Wärme nicht nutzt, wirft Energie weg.
Das OÖ. Energieeffizienzgesetz gibt es vor
Das Oö. Energieeffizienzgesetz ist hier eindeutig: Rechenzentren mit mehr als 1 MW nominalem Gesamtenergieinput müssen Abwärme oder andere Formen der Wärmerückgewinnung nutzen.
Die Grünen fordern daher von Energielandesrat Achleitner einen verbindlichen Plan vor der Inbetriebnahme. Wo wird die Abwärme genutzt? Wer baut das Wärmenetz? Wer zahlt dafür? Welche Gemeinden, Schulen, Wohnanlagen oder Betriebe können profitieren? Und welchen Beitrag leistet Google selbst?
„Achleitner hat die Riesenchance, dass aus Paragrafen warme Heizkörper werden. Die Menschen haben nichts davon, wenn die Abwärme ungenutzt verpufft“, so die Klimasprecherin und Landtagsabgeordnete Anne-Sophie Bauer.
Dass es anders geht, zeigt Google selbst in Finnland. Im finnischen Hamina soll die Abwärme des Google-Rechenzentrums rund 80 Prozent des lokalen Fernwärmebedarfs abdecken. Bauer: „Was in Finnland möglich ist, muss auch in Oberösterreich machbar sein.
Das Rechenzentrum verschärft auch die Stromfrage. Es ist nicht klar, wie viel Strom Google brauchen wird und auch LR Achleitner hat darauf keine Antworten gegeben.
Wer Google-Strom will, muss auch Windräder zulassen
Kaineder: Wir können nicht auf der einen Seite solche Großverbraucher ins Land holen und auf der anderen Seite Windkraft ausbremsen. Wer neue Stromlasten zulässt, muss erneuerbare Energie in Oberösterreich auch wirklich möglich machen. Achleitner kann nicht gleichzeitig den roten Teppich für einen Mega-Stromverbraucher ausrollen und bei der Windkraft auf die Bremse steigen. Wer Google-Strom will, muss Windräder zulassen. Alles andere ist Energiepolitik mit angezogener Handbremse.“
Kaineder erneuert deshalb seine Forderung, die geplanten Windkraft-Verbotszonen zu streichen. Oberösterreich braucht mehr sauberen Strom.