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27.08.2026 Allgemein

Gewaltambulanz: Aufklärung eines Falles in Linz gefordert

Der bekannt gewordenen Fall in Linz macht einmal mehr deutlich: Es braucht klare Versorgungspfade, diskriminierungssensible Behandlung und eine umfassende klinisch-forensische Versorgung für Gewaltopfer in Oberösterreich

Der bekannt gewordene Fall einer trans Frau, die nach sexualisierter Gewalt offenbar in Linz von Krankenhaus zu Krankenhaus geschickt wurde, ist erschütternd. Sollte sich der Ablauf so bestätigen, hat die Versorgungskette an mehreren Stellen versagt. Ein Opfer sexualisierter Gewalt darf nicht von Krankenhaus zu Krankenhaus geschickt werden und schon gar nicht darauf angewiesen sein, dass die Polizei Druck ausübt, damit es zu einer Behandlung kommt. Gerade bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen ist rasches Handeln entscheidend, weil mögliche Beweise nur begrenzte Zeit gesichert werden können. Besonders schwer wiegt zudem der Umgang mit der Betroffenen als trans Frau. Medizinische Zuständigkeitsfragen dürfen niemals auf dem Rücken eines Gewaltopfers ausgetragen werden, entscheidend muss der konkrete medizinische Bedarf sein.

„Wir haben die Gewaltambulanz in Oberösterreich gerade deshalb lange eingefordert, weil es schon zuvor Fälle gegeben hat, in denen Frauen nach sexualisierter Gewalt nicht die notwendige Versorgung erhalten haben. Unser Anspruch war von Beginn an eine spezialisierte, niederschwellige Stelle, die rasch hilft, Verletzungen dokumentiert und Spuren sichert“, so die Grüne Frauensprecherin Dagmar Engl. Die Einrichtung am KUK war daher ein wichtiger und überfälliger Schritt. „Gleichzeitig haben wir bereits bei ihrer Eröffnung darauf hingewiesen, dass der angekündigte Ausbau zu einer umfassenden klinisch-forensischen Versorgung auch tatsächlich umgesetzt werden muss“, erinnert Engl. Der aktuelle Fall zeigt nun sehr deutlich: Eine Gewaltambulanz einzurichten reicht nicht. Sie muss im Ernstfall auch funktionieren. Jetzt braucht es eine lückenlose Aufarbeitung der Abläufe zwischen Rettung, Krankenhäusern, Gewaltambulanz und Polizei, klare und verbindliche Versorgungspfade, ausreichend Personal und geeignete Räumlichkeiten sowie Standards für eine trauma- und diskriminierungssensible Behandlung. „Entscheidend ist, dass Gewaltopfer künftig nicht mehr durch Zuständigkeitsfragen fallen, sondern vom ersten Kontakt an rasch, professionell und respektvoll versorgt werden“, fordert Engl als nächsten Schritt neben der lückenlosen Aufklärung des konkreten Falls in Linz.

Dagmar Engl
Dagmar Engl

Landtagsabgeordnete und Stellvertretende Landessprecherin

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