OÖ braucht beim Klimaschutz endlich einen Kurswechsel
Elf Jahre Schwarz-Blau haben Oberösterreich beim Klimaschutz weit zurückgeworfen – jetzt braucht es endlich einen Kurswechsel
Die von Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner präsentierten CO2-Einsparungen durch Förderungen sind erfreulich, doch die tatsächliche Klimabilanz Oberösterreichs spricht eine völlig andere Sprache. Seit dem Beginn der schwarz-blauen Regierungszusammenarbeit 2015 sind die Treibhausgasemissionen in Oberösterreich um gerade einmal neun Prozent gesunken. Österreichweit waren es im Durchschnitt 16 Prozent, in der Steiermark sogar mehr als 19 Prozent. Oberösterreich weist damit den geringsten prozentuellen Rückgang aller Bundesländer auf. Diese Zahlen zeigen, wie dringend unser Land beim Klimaschutz aufholen muss.
„Jede eingesparte Tonne CO2 ist wichtig. Aber wer sich für Förderstatistiken auf die Schulter klopft, sollte auch die Gesamtbilanz auf den Tisch legen. Und die ist ein ernüchterndes Zeugnis für elf Jahre schwarz-blaue Energiepolitik. Während andere Bundesländer längst auf den Ausbau günstiger erneuerbarer Energie setzen, hat man in Oberösterreich wertvolle Jahre verstreichen lassen. Die Rechnung dafür bezahlen heute die Menschen und die Industrie in unserem Land“, kritisiert Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Besonders deutlich zeigt sich der Stillstand bei der Windkraft. Während Niederösterreich und das Burgenland allein 2025 gemeinsam rund 285 Megawatt neue Windkraftleistung errichtet haben, ging in Oberösterreich kein einziges neues Windrad ans Netz. Gerade für die energieintensive Industrie und die anstehende Transformation der Stahlproduktion wird der Ausbau heimischer erneuerbarer Energie immer dringlicher.
„Mit dem Abgang von Markus Achleitner bietet sich jetzt die Chance, ein neues Kapitel der oberösterreichischen Energiepolitik aufzuschlagen. Ich erwarte mir von seiner Nachfolgerin Christiane Frauscher einen echten Kurswechsel. Elf Jahre Schwarz-Blau haben uns beim Ausbau der Windkraft viel zu viel Zeit gekostet. Jetzt müssen die Windkraft-Verbotszonen vom Tisch und der Ausbau von Stromnetzen und Speichern konsequent vorangetrieben werden. Oberösterreich braucht endlich eine Energiepolitik, die unseren Wirtschaftsstandort stärkt, statt seine Zukunftschancen zu blockieren“, so Kaineder in Richtung seiner künftigen neuen Regierungskollegin.