Bildungspolitik: Ist mit weiteren Kürzungen zu rechnen?
Entlassungsbehauptungen und andere Alarmrufe anonymer Lehrkräfte müssen aufschrecken und im Detail aufgeklärt werden – Schulen bauchen Klarheit, was der Sparkurs der Bundesregierung für sie bedeutet
Hier kollidieren Wunsch und Wirklichkeit. Auf der Hand liegende, dringendst nötige Maßnahmen gibt es ebenso zuhauf wie hehre Bildungsziele, Bekenntnisse und Forderungen. Diese zu artikulieren wie die NEOS heute ist völlig OK. Sie treffen auf die beinharte Realität wie die aktuelle Debatte um die angeblichen Lehrer:innen-Entlassungen an OÖ-Mittelschulen, wie der ORF OÖ berichtet.
„Wenn besorgte Lehrkräfte den Schutz der Anonymität suchen, sich an ein Medium wenden, Stundenreduktionen und einen Qualitätsverlust in der Bildung beklagen, ist das mehr als ernst zu nehmen. So was macht man nicht aus Jux und Tollerei. Von der Bildungsdirektion muss daher mehr kommen als nur eine Zurückweisung der Behauptungen. Und die NEOS OÖ sollten sich im Klaren sein, dass sie Teil der Bundesregierung sind, dort genau diese Bildungsagenden verantworten und die behaupteten Missstände auf die to Do Liste gehören. Konzepte sind gut, Lösungen besser“, fordert der Grüne Bildungssprecher LAbg. Reinhard Ammer begleitend zu den heutigen bildungspolitischen Ausführungen der NEOS OÖ Aufklärung in dieser Causa.
Restlose Aufklärung auch, wo die Bildungspolitik in OÖ steht und was die Schulen zu erwarten haben. „Die Bildungsdirektion stellt angeblich konstant neue Lehrer:innen ein. Haben sich damit Lehrer:innen-Mangel und Überstunden-Problem entspannt? Was kommt auf die Schulen mit dem Sparprogramm der Bundesregierung zu? Wird die Lehrkräfte-Suche wieder abgeblasen? Haben die Schulen künftig allgemein weniger Mittel zur Verfügung? Wir haben offenbar ein Hü-Hott im Schulwesen, dass auf Kosten der PädagogInnen, der Schüler:innen und der Bildungsqualität geht“, warnt Ammer.
Die Aussagen der anonymen Lehrkräfte-Gruppe scheinen nicht aus der Luft gegriffen. Auch an Ammer sind entsprechende Befürchtungen herangetragen worden. So ist von Kürzungen bei Betreuungslehrkräften und Assistenzstunden für Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förder- und Betreuungsbedarf die Rede. „Die betroffenen Schüler:innen werden immer mehr, die Herausforderungen für die Schulen immer größer. Wenn jetzt dort weiter gespart wird, wirds noch enger oder gar nicht mehr durchführbar. Und das ist nur ein Aspekt im Schulwesen. Mit weiteren Kürzungen werden Bildungsziele und hehre Ansagen ad absurdum geführt“, betont Ammer.