Skip to main content
    Barrierefreiheit
20.08.2026 Allgemein

Zug um Zug durch Europa

Wohl ist die Welt so groß und weit und voller Sonnenschein….dachten sich meine Frau und ich im letzten Herbst auch und begannen mit der Planung einer einmonatigen Auszeit von der Arbeit im heurigen Februar. Europa, Eisenbahn, Februar und Sonne waren die Vorgaben, ging es ja auch darum, dem Winter ein Schnippchen zu schlagen und ihn um ein Monat zu verkürzen. Da blieb halt nicht viel über, und so fiel die Wahl auf das uns noch unbekannte Andalusien.

Es stellte sich schnell heraus, dass eine Reise per Interrail das Mittel der Wahl werden musste. Hatten wir es doch verabsäumt, in jungen Jahren in überfüllten Zügen ohne Klimaanlagen tagelang durch die Hitze des Südens zu trampen, so wollten wir dieses Erlebnis nun in unseren späteren Jahren nachholen (für mich gilt sogar schon der Seniorentarif). Und gleich die gute Nachricht: Interrail hat seinen Schrecken verloren. Reservierungspflicht in Hochgeschwindigkeitszügen, online Fahrpläne einsehen, Plattformen für die Buchung von Unterkünften, dies alles erleichtert das Reisen gegenüber früher ungemein.

Somit verabschiedeten wir uns im Februar von Galli, und via die Schweiz erreichten wir in nur 2 Tagen Figueres in Spanien, eine gute Stunde nördlich von Barcelona gelegen. Das hübsche Geburtsstädtchen von Salvador Dali befindet sich etwas abseits vom Meer, da es zum Baden aber eh noch zu frisch war, diente es uns als Ausgangspunkt für Wanderungen in der Sonne mit Frühlingsgefühlen.

Und das war erst der Anfang! Lagen vor uns doch mythische Städte wie Valencia, Sevilla, Cordoba oder Cadiz. Leider sollte der Wettergott heuer im Februar Südwesteuropa übel mitspielen (oder besser gesagt, das Werk des Wettergottes und des Menschen Beitrag). Bedingt durch Stürme und Starkregen samt Überflutungen gelangte unter anderem auch das spanische Eisenbahnnetz an seine Grenzen, sodass es immer öfter hieß: Der gebuchte Zug ist „gecancelled“ worden, fiel also aus. Aber mit Hilfe von nicht wenigen Eisenbahnangestellten, die uns jedes Mal hilfsbereit, freundlich und geduldig aus der Patsche halfen, konnten wir unsere Reise immer wieder fortsetzen. Flexibilität war eben gefragt, aber das ist auch der Vorteil einer Interrail-Reise sowie spontan buchbarer Unterkünfte. Als es zum Beispiel hieß, dass die Strecke nach Malaga gesperrt worden war, nahmen wir eben einen Zug nach Granada und besuchten die Alhambra, eine einzigartige maurische Palastanlage und UNESCO Weltkulturerbe. Eigentlich ein „must see“, war aber nicht auf unserem Plan gestanden.

Und diese Freiheit hat schon was: Geht es dahin nicht, so fahren wir halt dorthin. Wir überlegten sogar kurz, Spanien wetterbedingt zu verlassen und Frankreich anzusteuern, aber der Zauber Andalusiens, „das Land des Lichts“, ließ uns dann doch nicht los.

PS.: Noch ein paar Tipps zu Interrail:

  • Es gibt über das Jahr 2-3x Aktionen mit Ermäßigungen von bis zu 25 % und der Interrail-Pass ist ab Kaufdatum bis zum Reiseantritt 11 Monate gültig.
  • Die Hochgeschwindigkeitszüge sind reservierungspflichtig mit Preisen von teilweise über 12€
  • Es gibt Kontingente für Interrailreservierungen, das heißt, zu beliebten Zeiten können Plätze schnell ausgebucht sein.
  • In Spanien muss das Gepäck bei Hochgeschwindigkeitszügen, wie am Flughafen, durch Sicherheitsschleusen.
  • Den Interrail Pass gibt es sowohl in Papierform als auch als App.
  • Der Seniorentarif gilt bereits ab 60 Jahren.