Wenig Engagement für Alltagsradfahrer
In der 1. Ferienwoche radelte ich mit meinem Einkauf von der Bäckerei Pflügl über den Bahnhof Obertrattnach nach Hause. Dabei sah ich zufällig, dass im Bus-Wartehäuschen mit sieben Felgenklemmen acht Räder eingestellt waren. Es hatte geregnet und wegen der Ferien blieb der nicht überdachte Radständer vollkommen leer.
Rad-Abstellplatz dankbar angenommen
Dass der neue überdachte Rad-Abstellplatz so gut genutzt wird, freut uns sehr. Es ermutigte uns, die ÖBB-Infrastruktur zu bitten, auch für die 28 Radständer wieder eine Überdachung anzubringen. – Unterm Schuljahr kommen viel mehr Bahnfahrer mit Rad zum Bahnhof, denn das Trattnachtal ist flach und auch der R17 wird gerne genutzt.
Angeblich gibt es einige Betriebsstellen der ÖBB, die in naher Zukunft aufgelassen werden oder bereits aufgelassen wurden, wie zum Beispiel Steyerling.
Von der ÖBB kam folgende Antwort:
Die Umsetzung der Stellplätze war möglich, weil die Kolleg:innen in Oberösterreich hier eine einfache Lösung mit sich auf Lager befindlichen Radständern gefunden haben. Eine Überdachung wäre mit höheren Kosten verbunden und müsste als Bike+Ride-Projekt umgesetzt werden. Das erfordert gemäß Richtlinie des BMIMI (https://www.bmimi.gv.at/themen/verkehr/eisenbahn/infrastruktur_fahrzeuge/parkandride.html) eine Kostenbeteiligung von Land und Gemeinde und muss in die Planungen aufgenommen werden.
Wäre das nicht eine Aufgabe im Projekt „Alltagsradverkehr in der Region Mostlandl-Hausruck“?
An den ersten zwei Workshops heuer nahm für Tollet unsere Bürgermeisterin teil. Der Verkehrsbeauftragte Hubert Breitwieser war nicht anwesend. Der Vorschlag von Gisela Mayr beschränkte sich darauf, die Radler könnten den Tolleter Hochweg nutzen. In diesem Sinne wurde auch gleich ein Taferl „Miteinander-Weg“ angebracht. Ob das reicht, dass jemand sein Auto stehenlässt, um seinen Einkauf auf Umwegen, bergauf und bergab heim zu bringen, oder andere Zielorte zu erreichen, bezweifeln wir.
Für Grieskirchen wurden drei Teilnehmer in das Gremium nominiert. In Tollet gäbe es auch Personen, die Ideen haben, wie Radfahren komfortabler und sicherer gestaltet werden könnte. Wir hoffen, dass diese sich auch bei der Gemeinde melden.
Wann kommt in Tollet Tempo 30 im Ortsgebiet?
2022 und 2023 passierten von den tödlichen Radunfällen auf Fahrbahnen im Ortsgebiet fast 80% bei einem Tempolimit von 50 Stundenkilometern oder mehr.
Als man heuer in Wien 20 Verkehrstote beklagte, verzeichnete Helsinki noch keinen einzigen. Die Ursachen: 30km/h auf den meisten Straßen und gut ausgebaute Öffis.
Laut Verkehrsclub Österreich wird es dort für Radfahrer gefährlich, wo Autos, LKWs und Radfahrende mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zusammen kommen. Das ist z. B. Im Dorfzentrum von Unterstetten der Fall. Nachdem man die L528 an der Grenze zu Taufkirchen auf 6m verbreitert und dort zusätzlich einen Gehsteig geschaffen hat, wird eine Geschwindigkeitsbeschränkung vor den Engstellen umso notwendiger.