Wels: Sorge um historische Bausubstanz
Immer mehr historische Gebäude verschwinden in der Stadt. Außerhalb der Innenstadt bleibt dies oft wenig beachtet. Die Diskussion in den Sozialen Medien über das “Gärtnerhaus” neben dem denkmalgeschützten Schloss Lichtenegg zeigt aber wieder mal das breite Interesse der Bevölkerung am Erhalt der historischen Bausubstanz, meint Grünen-Stadtrat Thomas Rammerstorfer. Denn auch wenn die EWW vorerst auf einen Abriss verzichtet (bis 2028), ist die Zukunft des markanten Gebäudes unklar. Rammerstorfer wünscht sich einen Erhalt: “Der Schlosspark steht wie das Schloss unter Denkmalschutz, wurde aber in den letzten Jahren bereits drastisch verkleinert. Wir hoffen, dass das Gärtnerhaus gerettet wird.“
Ein anderes “Sorgenkind” steht nur wenige Gehminuten entfernt. Bereits denkmalgeschützt ist die letzte Baracke des Lagers 1001 in der Schulstraße. Das Lager entstand einst für die Wehrmacht, von 1945 an bis in die 1960er beherbergte es Geflüchtete. Die Baracke befindet sich im Eigentum der Welser Heimstätte: “Leider ist sie Wind und Wetter mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Ohne Nachnutzung wird sie irgendwann endgültig verfallen” fürchtet der Grünen-Stadtrat.
Für das Lichtenegger Gärtnerhaus – das Grundstück ist derzeit als Betriebsbaugebiet gewidmet – kann sich Rammerstorfer unterschiedliche Nutzungen vorstellen. Möglich sei ein Platz für Start-Up-Unternehmen, Vereine oder Gewerbebetriebe. Auch eine Umwidmung zu Wohnraum – fallweise wurde das Haus bereits dafür genutzt – sei wohl möglich. Es geht nicht nur um Schönheit und Funktionalität von Gebäuden, sondern auch um deren historische Bedeutung – und nicht zuletzt auch um die Verbundenheit der Menschen mit “ihrem” Stadtteil.