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19.10.2026 Allgemein

Warum Rechte die Klimakrise wegreden

Die Wissenschaft ist eindeutig: Die Erderhitzung wird vom Menschen verursacht, vor allem durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Aber warum halten rechte Akteure dennoch so hartnäckig an Leugnung, Verharmlosung oder Verzögerung fest?

Die Hitze ist längst keine Warnung für morgen mehr. Sie trifft Menschen heute: Kinder in aufgeheizten Kindergärten und Schulen, Pflegekräfte und Bauarbeiter:innen bei der Arbeit, ältere Menschen in heißen Wohnungen und Seniorenheimen. Wer wenig Geld hat, kann sich oft auch nicht gut vor der Hitze schützen. Klimaschutz ist deshalb Gesundheits-, Sozial- und Gerechtigkeitspolitik. Wer angesichts dessen von „Klimahysterie“ spricht, führt keine ernsthafte Debatte über Fakten. Er versucht, eine unbequeme Wirklichkeit kleinzureden, so wie FPÖ-Chef Herbert Kickl beim ORF-Sommergespräch. Was könnten Motive für dieses Vorgehen sein?

Nationalismus hilft gegen kein Grad Erderhitzung

CO₂ kennt keine Grenzen. Hitze, Dürren und Starkregen ebenso wenig. Trotzdem wird Klimaschutz gerne als Projekt von „Brüssel“, „den Eliten“ oder „den Grünen“ dargestellt. Nationalismus bietet auf ein weltweites Problem eine Scheinlösung: Wir gegen die anderen. Doch die Atmosphäre lässt sich nicht abschotten.

Wenn die Lösung nicht gefällt, wird das Problem geleugnet

Die Sozialpsychologie beschreibt einen einfachen Mechanismus: Wer eine politische Lösung ablehnt, zweifelt oft auch am Problem selbst. Wenn Klimaschutz nach CO₂-Preis, weniger Öl und Gas, sauberer Energie oder Veränderungen im Verkehr klingt, wird plötzlich die Erderhitzung relativiert.

Die Profis der Leugnung

Klimazweifel sind kein Zufall. Über Jahrzehnte haben gut organisierte Netzwerke und Interessen aus der fossilen Wirtschaft Zweifel gestreut. Ihr Rezept ist einfach: Man muss die Wissenschaft nicht widerlegen. Es reicht, Unsicherheit zu schaffen und politischen Wandel zu bremsen.

Verschwörung statt Wissenschaft

Internationale Forschung wird zur angeblichen „Gleichschaltung“, Klimamodelle werden als Tricks dargestellt, internationale Zusammenarbeit als „Globalismus“. So kann jede Widerlegung einfach zur nächsten Verschwörung erklärt werden. Fakten werden nicht widerlegt – sie werden verdächtig gemacht.

Die andere Dystopie

Rechte Politik malt selbst düstere Zukunftsbilder – vom angeblichen „Untergang Europas“ bis zum „Bevölkerungsaustausch“. Die wirkliche Bedrohung wird dabei verdrängt: überhitzte Städte, Ernteausfälle, Waldbrände, Wasserknappheit und Hitzetote. Klimaschutz heißt, gemeinsam zu handeln: für saubere Energie, leistbare Wärme, gesunde Städte und ein gutes Leben für alle.

Norbert Ellinger
Norbert Ellinger

Gemeinderat, Mitglied im Raumordnungsausschuss

[email protected]
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