Sommerkino der Grünen Wilhering
Ein leiser Film über die Schönheit und das Verschwinden der Natur
Bei unserem Sommerkino in Wilhering zeigten wir gestern den Film „Das Flüstern der Wälder“ von Vincent Munier – und hätten dafür kaum einen passenderen Film auswählen können.
Munier nimmt uns gemeinsam mit seinem Vater und seinem Sohn Simon mit in die Wälder der Vogesen. Mit großer Geduld, Achtsamkeit und Respekt beobachten sie Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Der rote Faden des Films ist die Suche nach dem Auerhahn – einem Vogel, dessen Begegnung für Muniers Vater einst zu einem prägenden Schlüsselmoment wurde. Heute lebt das Tier dort nicht mehr. Sein Lebensraum ist verschwunden.
Der Film erzählt jedoch nicht nur vom Auerhahn. Er handelt vom stillen, oft unbemerkten Verschwinden der Natur. Tierarten verschwinden nach und nach, Lebensräume gehen verloren – und oft fällt es kaum jemandem auf. Während wir mit Flugzeugen über Landschaften hinwegziehen und die Welt von oben betrachten, verlieren wir immer mehr die Verbindung zu dem, was sich am Boden abspielt.
Gerade deshalb wollten wir diesen Film zeigen. Er erinnert uns an die Schönheit der Natur, aber auch an ihre Verletzlichkeit. Er zeigt, wie still man werden muss, um diese Welt überhaupt wahrzunehmen und zu verstehen. „Das Flüstern der Wälder“ ist kein lauter Film. Er ist poetisch, langsam und fordert dazu auf, sich auf einen anderen Rhythmus einzulassen. Wer ihm diese Zeit gibt, wird mit eindrucksvollen Bildern und einer tiefen Botschaft belohnt.
Am Ende bleibt auch eine unbequeme Frage: Wie lange werden diese Wälder in den Vogesen noch so existieren? Wie lange werden wir diese Lebensräume noch bewahren können, bevor auch sie verschwinden?
Zumindest diesen Film gibt es noch. Er hält fest, was wir zu verlieren drohen – und erinnert uns daran, warum sich der Einsatz für den Schutz unserer Natur lohnt.
Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern für den schönen gemeinsamen Sommerabend.