Konkrete Unterstützung für Pflegende Angehörige stärken
Konkrete Unterstützung für Pflegende Angehörige durch mehr Pflege-Tagesstrukturen und Kurzzeitpflegeangebote - Präventions-Maßnahmen stärken
„Es sind gute Ansätze, die LR Dörfel für die Pflege auflistet. Vollständig ist das Gesamtbild jedoch noch immer nicht. Natürlich sind neue Pflege- und Unterstützungskräfte unverzichtbar, natürlich sind die mobilen Dienste massiv auszubauen. Und auch eine stärkere Digitalisierung liegt auf der Hand. Es sind wichtige Puzzlesteine, aber nicht alle. Es fehlen etwa Maßnahmen der Prävention, um Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Es fehlen weitere konkrete Instrumente, um die Pflegenden Angehörigen zu entlasten. Auf dem Weg der Digitalisierung müssen alte bzw. pflegebedürftige Menschen mitgenommen werden. Die Pflege ändert sich, ihre Formen werden mehr und verschiedener. Und jede einzelne davon muss genutzt und gestärkt werden“, meint die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Brigitte Huber-Reiter zu den heute präsentierten Pflege-Schwerpunkten. Sie betont auch die Wichtigkeit der flächendeckenden Anbindung von ELGA.
Eine Ausbildungsinitiative für Pflegekräfte ist natürlich sinnvoll, denn „jede neue Betreuungskraft ist wertvoll, jeder institutionelle Betreuungsplatz wichtig. Aber es sind auch Maßnahmen nötig, um Arbeitsbedingungen für das Personal zu verbessern, um Pflegekräfte im Beruf zu halten“, betont Huber-Reiter.
Deutlich mehr Stärkung erwartet sich Huber-Reiter für die Pflegenden Angehörigen. LR Dörfel betont es selbst: 81 Prozent der älteren Menschen möchten ihren Lebensabend zuhause in vertrauter Umgebung verbringen. Das gibt ganz klar die Aufgaben vor. Denn Pflege zuhause erfolgt immer mehr durch die Angehörigen. „Neben den Mobilen Diensten sind Pflege-Tagesstrukturen und Kurzzeitpflegeangebote massiv ausbauen. Sie müssen wohnortnah sein, bestens vernetzt und die Menschen müssen umfassend über diese Möglichkeiten informiert werden. Das sind unverzichtbare Maßnahmen, um die Pflegenden Angehörigen zu unterstützen und zu entlasten“, betont Huber-Reiter. Auch Informationen über Finanzierung und der Möglichkeit zur Pensionsversicherung.
Für Huber-Reiter muss auch die Prävention noch stärker in den Vordergrund rücken. „Was brauchen ältere Menschen, um möglichst lange gesund und selbstbestimmt leben zu können. Welches Umfeld, welche Hilfestellungen sind nötig, um einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Wie kann der Einsamkeit entgegengewirkt werden. Das festzustellen, die Interessen der Betroffenen in den Mittelpunkt zu rücken und die geeigneten Maßnahmen auf den Weg zu bringen, sollte eine wichtige Aufgabe der Gesundheitsfachkräfte sein“, sieht Huber-Reiter noch Ergänzungsbedarf auch in der zweiten Phase der „Betreuungsarchitektur 2040“.