Papier kennt keine Scham
„Ein Brief errötet nicht.“ Diese Aussage stammt vom römischen Schriftsteller und Politiker Cicero. Alles, was auf Papier geschrieben wird, steht dort zunächst einmal unkommentiert. Papier nimmt alles hin und kennt keine Scham, so Cicero. Aus „Ein Brief errötet nicht“ ist im Lauf der letzten zwei Jahrtausende das Sprichwort „Papier ist geduldig“ entstanden.
Das Papier von manchen Aschacher Parteizeitungen muss jedenfalls eine Engelsgeduld haben.
Es gibt in den Zeitungen Schilderungen von Sitzungen, die so weit von dem abweichen, was ich dort vernommen habe, dass ich mich manchmal frage, ob die Kollegen der anderen Fraktion in derselben Sitzung waren. Wenn beispielsweise über eine angeblich halbherzige Suche nach Nachnutzungsmöglichkeiten für die Volksschule und fehlende Informationen über die dafür angewendete Vorgangsweise berichtet wird, frage ich mich, ob manche auf den Ohren gesessen sind.
Was tatsächlich in Gemeinderatssitzungen gesagt wird bzw. wurde, kann man leicht auf der Gemeindehomepage dem Livestream entnehmen oder in den Protokollen nachlesen.
Dass die Aussendungen der Parteien rot, schwarz/türkis, blau oder grün getönt sind, ist logisch, verständlich und gut. Mehr Realitätsnähe und weniger Polemik wäre allerdings wünschenswert.