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01.12.2025 Allgemein

Mit Tischtennis für eine bessere Integration

Interview mit Paul Spindler

Paul Spindler ist leidenschaftlicher Tischtennisspieler und hat in Wien einen Tischtennisverein namens Umdi gegründet. Der 33-jährige Ergotherapeut ist in Dietach aufgewachsen und kommt gerne nach Hause in sein Elternhaus. Im Interview erzählt er uns, was Umdi so besonders macht.

Lieber Paul! Was heißt eigentlich Umdi?

Umdi ist ein typischer Ausspruch beim Tischtennis und heißt so viel wie „um die Angabe“. Wer spielen möchte, ruft „umdi“ in die Runde. Dann geht´s eigentlich schon los, zuerst um die Angabe, dann folgt das Match.
Bei Umdi wird also Tischtennis gespielt. Besser gesagt Tischtennis im Freien.

Was ist das Besondere an eurem Tischtennsiverein?

Besonders an Umdi ist die Verbindung aus Sport – und Kulturverein. Wir möchten im öffentlichen Raum ein demokratisches Miteinander fördern: Wer mitmachen möchte, muss sich auf Augenhöhe begegnen können.

Warum gerade Tischtennis?

Tischtennis begeistert mich seit meiner Kindheit, als ich selbst in Dietach im Verein spielte. Es gehört zu den schnellsten Rückschlagsportarten der Welt. Beim Spielen bin ich voll fokussiert und kann einen guten Ausgleich im Alltag finden.

Wer spielt bei Umdi mit?

In unserer Community sind wir mittlerweile um die 600 Leute, 50 sind Vereinsmitglieder und zu sechst sind wir im Vorstand.
Bei uns spielen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen.
Das ist das Besondere. Es gibt keine Ausgrenzung. Aber klare Regeln.
Bei Umdi geht es daher auch um die Gemeinschaft, um die Solidarität, um die Freundschaft, um die Verantwortung, …

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Verein zu gründen?

Der Verein kam später. Anfangs wollte ich einfach Tischtennisspielen. Neben meiner Arbeitsstelle in der Josefstadt ist der Tigerpark. Dort stand ein Tischtennistisch. Es haben sich Leute zum Spielen getroffen. Ich schaute hinein, traute mich aber am Anfang nicht die Leute anzusprechen. Sie spielten auf hohem Niveau.
Ich habe zu dieser Zeit viel mit meinen Freunden gespielt, merkte aber, dass ich mehr Herausforderung wollte.
Corona war dann der eigentliche Start für Umdi. Die wichtigsten Coronamaßnahmen waren gegeben. Das Spielen fand im Freien statt und wir hielten 2 Meter Abstand.

2021 organisierte ich mit Freunden das erste Turnier. Aus den Nachbarparks kamen Menschen zum Zuschauen und Mitspielen. Beim Turnier waren 20 Leute dabei. Das war der Beginn!

Wo wird heute gespielt?

Mittlerweile stehen im Tigerpark mehrere Tischtennistische, die täglich bespielt werden. Jeden Abend sind dort um die 30 Leute. Menschen kommen aus ihren Wohnungen, um zuzuschauen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Wer Freunde finden möchte, braucht nur in den Tigerpark zu kommen.

 

Für die Regentage und die kalte Jahreszeit haben wir eine Spielstätte gefunden. In Ottakring steht ein Parkhaus leer. Es wurde fehlgeplant. Kein Auto kann darin parken. Jetzt hat es ein Investor gekauft und stellt sie zur Zwischennutzung zum Wohle aller zur Verfügung. Garage Grande!

 

Hier wird Honig geschleudert, es gibt eine Tischlerwerkstatt, Fahrradwerkstätten, Kunstausstellungen und unsere Tischtennistische!

Was bedeutet Tischtennis und der Verein für dich?

Für mich ist es faszinierend, wie viele Möglichkeiten so ein kleiner Schläger bietet, neue Menschen zu treffen und kennenzulernen. Ich gehe nie ohne meinen Tischtennisschläger raus. Denn Tischtennis geht schnell mal zwischendurch. Der Verein Umdi bringt also Menschen zusammen und bricht Barrieren.

Was wünscht du dir für Dietach?

Es wäre doch eine Idee, auch für Dietach einen oder zwei Outdoortischtennistische zu kaufen. Auf einer geraden Fläche, windgeschützt, aber gut sichtbar mitten im Ortszentrum. Vielleicht entsteht ja auch eine „Parktischtenniskultur“, wo zu gewissen Zeiten Menschen miteinander spielen, die sich vielleicht gar nicht wirklich kennen.

Umdi

Tischtenniskultur Wien

AT80 2011 1850 5655 4400
BIC: GIBAATWWXXX

https://umdi.at

Julia Kaineder
Julia Kaineder

Gemeindevorständin

Mitglied im Ausschuss für Kultur und Generationen

[email protected]
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