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29.09.2026 Allgemein

Mehr Freizeitwohnsitze erhöhen den Wert von Immobilien

Gutachten zeigt: Mehr Freizeitwohnsitze erhöhen den Wert von Immobilien im Seeviertel deutlich

Die Grünen Gmunden sehen darin ein Warnsignal für die Wohnpolitik der Stadt und fordern erneut die Begrenzung von Freizeitwohnsitzen.

Über das Ergebnis des im Zuge des Seeviertel-Projekts beauftragten Gutachtens zur wirtschaftlichen Bedeutung von Zweitwohnsitzen wurde bereits öffentlich berichtet. Das Ergebnis ist für Uli Feichtinger, Grüne Vizebürgermeisterin von Gmunden, durchaus relevant: „Im Vertrag von 2021 sind die Zweitwohnsitze im Projekt auf 25 Prozent beschränkt. Wird dieser Anteil auf 75 Prozent erhöht, steigt der errechnete Grundstückswert von ursprünglich 15 auf rund 19 Millionen Euro!“
Die Gemeinde Gmunden hatte das Gutachten beauftragt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Erhöhung des Anteils an Zweitwohnsitzen im Seeviertel zu beurteilen. Hintergrund war unter anderem die Annahme, dass mit Zweitwohnsitzen höhere Preise erzielt werden können. Die Ergebnisse sollen auch in die weiteren Verhandlungen mit Soravia einfließen.

Gutachten bestätigt: 19 statt 15 Millionen Euro Grundstückswert

Für die Grünen ist das Ergebnis von politischer Bedeutung, denn es macht für das konkrete Projekt sichtbar, welchen wirtschaftlichen Vorteil ein stärkerer Fokus auf Zweitwohnsitze für Investoren haben kann. Dabei stellt sich die wichtige Frage: Was ist der Mehrwert für die Stadtgemeinde und für die Gmundner Bevölkerung?

Wohnraum darf nicht zunehmend zur Anlage werden

Das Gutachten bezieht sich ausdrücklich auf das Seeviertel. Es belegt daher nicht unmittelbar die Preiswirkung von Freizeitwohnsitzen auf dem gesamten Gmundner Wohnungsmarkt. „Das Gutachten zeigt aber einen Mechanismus, der für die Wohnpolitik der Stadt wichtig ist: Wo zusätzliche Nachfrage nach Immobilien als Zweit- oder Freizeitwohnsitz auf ein begrenztes Angebot trifft, kann dies den Wert von Immobilien erhöhen“, so Peter Grundnig, Fraktionsobmann der Grünen Gmunden. „Genau deshalb muss die Entwicklung der Freizeitwohnsitze in Gmunden in den Fokus der Wohnpolitik rücken“, führt er weiter aus.
In den besonders attraktiven Lagen mit See- und Traunsteinblick finden sich zahlreiche Immobilien, die für Menschen mit entsprechender finanzieller Ausstattung als Freizeitwohnsitz interessant sind. Aber auch in weniger privilegierten Lagen gibt es Nachfrage nach Freizeitwohnsitzen. Diese stehen in Konkurrenz mit z.B. wohnungssuchenden, jungen Familien oder Singles.
„Wir müssen uns fragen, für wen in Gmunden Wohnraum geschaffen wird“, so Uli Feichtinger. „Eine Stadt lebt davon, dass Menschen hier nicht nur Urlaub machen, sondern auch dauerhaft hier wohnen, arbeiten und ihre Familien gründen können. Dann kann unsere Stadt ganzjährig lebendig sein.“
Die Diskussion um Freizeitwohnsitze ist daher insbesondere eine Frage der knappen Ressource Wohnraum. Jeder Wohnraum, der als Freizeitwohnsitz genutzt wird, steht nicht als Hauptwohnsitz zur Verfügung und wird somit dem regulären Wohnungsmarkt dauerhaft entzogen. In Folge steigen die Wohnungspreise und Mieten im gesamten Stadtgebiet.

Grüne fordern Begrenzung von Freizeitwohnsitzen

Die Grünen Gmunden fordern daher erneut:

  • Gmunden soll Vorbehaltsgebiet werden. Damit soll verhindert werden, dass der Anteil der Freizeitwohnsitze weiter ansteigt und zusätzlicher Wohnraum dem Hauptwohnsitz entzogen wird.
  • Die Gemeinden brauchen bessere gesetzliche Instrumente. Das Land Oberösterreich soll den Gemeinden mehr Möglichkeiten geben, gegen die unbegrenzte Errichtung von Freizeitwohnsitzen und gegen missbräuchlichen Leerstand vorzugehen.

Es braucht leistbaren Wohnraum für alle Generationen

Auch beim Seeviertel gibt es für die Grünen weiterhin Gesprächsbedarf, sie sehen zwei tragfähige Lösungen: Man sollte entweder zu den ursprünglichen Plänen zurückkehren oder endlich mit den Investoren ernsthaft über eine Lösung verhandeln, bei der die Interessen der Stadt und ihrer Bevölkerung klar im Mittelpunkt stehen.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, welchen Wert ein Grundstück erzielen kann. Sie lautet auch, wer sich in Gmunden noch Wohnraum leisten kann und damit welche Art von Stadt Gmunden in Zukunft sein will.

Uli Feichtinger
Uli Feichtinger

Vizebürgermeisterin, Parteivorstand

Ausschuss für Klima, Umwelt, Energie & Bürger:innenBeteiligung

[email protected]
Peter Grundning
Peter Grundnig

Fraktionsobmann

Mitglied Parteivorstand

[email protected]
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