OÖ Kulturstrategie: LRH sieht Handlungsbedarf
Rechnungshof zeigt Strategie-Lücken – Landeshauptmann als Kulturreferent ist gefordert, Steuerung nachzuschärfen
Der aktuelle Bericht des Oö. Landesrechnungshofs zur Kulturstrategie des Landes zeigt deutlichen Handlungsbedarf: Oberösterreich verfügt zwar über Leitlinien und Instrumente. Aber es fehlt an einer klaren strategischen Steuerung und einem konkreten Zukunftsbild.
„Was will das Land stärken, welche Schwerpunkte setzt es, was sind Ziele und wie weiß man, dass sie erreicht werden. Das sind die Schlüsselfragen. Kulturreferent LH Stelzer muss diese beantworten und der Kulturpolitik eine erkennbare Richtung geben. Nur wenn die strategische Steuerung funktioniert, sind Wirkung und Fortschritt klar erkennbar“, sieht der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr im LRH-Bericht einen klaren Handlungsauftrag.
Erfolg im Kulturbereich lässt sich nicht auf einzelne Zahlen reduzieren. Auch der LRH hält fest, dass das wirtschaftliche Ergebnis im Kulturbereich nicht das einzige Bewertungskriterium ist. Gerade deshalb sind saubere, transparente Kriterien nötig, die kulturelle, gesellschaftliche und regionale Wirkungen ebenso abbilden wie Effizienz und gute Mittelverwendung.
Neben klaren Zielen und Steuerungsinstrumenten fordert der LRH ausdrücklich auch „zeitgemäße Kulturarbeit“. „Traditionsreiche Institutionen müssten stärker im Heute ankommen – etwa durch zeitgemäße Vermittlung und die Weiterentwicklung von digitalen Angeboten. Auch bei der OÖ. Landes-Kultur GmbH zeigt der Bericht strukturelle Schwächen. Bis zum Prüfzeitpunkt fehlten verbindliche Zielvereinbarungen.
Mayr: „Gerade in einem Bereich, der stark von Vertrauen, Partnerschaft und klaren Rollen lebt, sind saubere Abläufe und nachvollziehbare Grundlagen unverzichtbar. Kultur verdient Freiheit in der Kunst – und Verantwortung in der Politik. Der Bericht ist eine klare Einladung zum Nachschärfen und zeigt was jetzt zu tun ist: klare Ziele, transparente Steuerung und zeitgemäße Kulturarbeit.”