Wels verliert den Boden unter den Füßen
Die Grünen Wels kritisieren massiven Wohnbau, den Bau immer neuer Betriebsansiedlungsgebiete und den damit verbundenen Bodenverbrauch.
Wels wächst – und die Stadt plant weiter massiv neue Wohnflächen und Gewerbegebiete.
Sie fordert stattdessen eine Sanierungsoffensive bei bestehendem und einen Fokus auf leistbaren Wohnraum.
Mit den Oberfelderhöfen geht ein großes Wohnbauprojekt seiner Fertigstellung entgegen, gleichzeitig verändern sich nahe der Eisenbahnersiedlung große Flächen. Dazu kommt das zukünftige gigantische Wohnbauprojekt in der Pernau.
„Es wird ständig mit dem steigenden Wohnungsbedarf argumentiert. Was fehlt, ist eine nachvollziehbare Gesamtbetrachtung. Die Welserinnen und Welser wollen keine radikalen Veränderungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und keine weitere Reduktion wertvoller Grünflächen. Wachstum darf kein Selbstzweck sein. Wir müssen vorhandene Potenziale nutzen, bevor weitere Freiflächen verbaut werden“, so Faber.
Besonders kritisch sehen die Grünen den enormen Bodenverbrauch. In der WWF-Auswertung von 2025 lag Wels bereits auf Platz vier der 15 größten Städte Österreichs bei der Bodenversiegelung. Die Grünen gehen davon aus, dass Wels bei einer neuerlichen Erhebung mindestens wieder auf diesem Platz, wenn nicht sogar noch weiter vorne landen würde.
Wie sich Wels in den kommenden Jahren räumlich entwickeln wird, lässt sich bereits heute im 2015 beschlossenen Örtlichen Entwicklungskonzept ablesen. Dort sind enorme Flächen ausgewiesen, die in den kommenden Jahren für Industrie, Gewerbe und Wohnbau in Anspruch genommen werden können.
„Das kommende ÖEK wird daran grundsätzlich nichts ändern. Es wird bei der Umsetzung etwas strenger, die grundsätzliche Richtung und die bereits vorgesehenen Flächen bleiben aber bestehen“, kritisiert Faber.
Auch bei großen Wohnanlagen müsse langfristig gedacht werden. „Große Wohnanlagen sind nicht automatisch schlechte Wohnanlagen. Aber wenn Instandhaltung, soziale Durchmischung und die Qualität der Freiräume nicht dauerhaft gesichert sind, können aus heutigen Neubauten in einigen Jahrzehnten anonyme und vernachlässigte Siedlungen werden. Wir sollten aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernen, statt dieselben Fehler einfach größer zu wiederholen.“
„Wels muss nicht aufhören, sich zu entwickeln. Aber Wels muss endlich anfangen, Entwicklung mit Grenzen zu denken. Unser Boden ist nicht unendlich – und was einmal verbaut ist, kommt nicht einfach zurück.“