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12.12.2025 Allgemein

Grünland oder Straße neben Wohngebiet

Straße für LKW mitten durch Grünland geplant

Mit der Begründung, den innerbetrieblichen Verkehrsfluss optimieren zu wollen, plant die Firma Pichler für die Rohstoffanlieferung eine neue Zufahrt (am Ruprechting zugewandten Rand ihres Firmengeländes) und den Bau einer Straße, die durch Grünland führt.

Es gibt allerdings zwei sehr triftige Gründe, die gegen diese geplante Durchfahrt der Lehm-LKW von der Ziegeleistraße bis zum Rohmaterialdepot im Norden der Firma sprechen.

  1. Das dafür ins Auge gefasste Zufahren (nach der unübersichtlichen Rechtskurve der Ziegeleistaße) ist nur für gelegentliche LKW-Fahrten erlaubt. Auf dem dann zu überquerenden Lagerplatz sind laut Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts (2015) nur Staplerbewegungen genehmigt, also kein Befahren mit LKW. Das heißt, wenn dieses Erkenntnis (das auf dem Schutz der Bevölkerung beruhte) nicht nachträglich aufgehoben wird, ist diese Route für LKW nicht möglich.

 

  1. Die Weiterführung der Trasse würde mitten über Grünland führen. Da eine Straße definitionsgemäß eine Verkehrsfläche ist, wäre dort die Umwidmung des Grünlandes in Verkehrsfläche nötig. Dagegen spricht vor allem die damit in Kauf genommene große Lärm- und Staubbelastung der Bevölkerung, da die Straße sehr nah am Wohngebiet Ruprechting vorbeiführen würde.

 

In der Gemeinderatssitzung am 9.12.2024 wurde das Ersuchen der Firma um das Einleiten der Umwidmung von Grünland in Verkehrsfläche und der damit einhergehenden Änderung des Flächenwidmungsplanes behandelt und gegen die Stimmen der GRÜNEN Fraktion beschlossen. (Gemeinderatsprotokoll auf der Homepage der Gemeinde und auf der Homepage der GRÜNEN Aschach https://gruene-aschach.at/aktuelle-protokolle)

Im Laufe des Jahres wurden von Seiten der Gemeinde Stellungnahmen verschiedener Fachabteilungen des Landes OÖ eingeholt.

Da es sich bei der Umwidmung um ein Raumordnungsverfahren handelt, war eine Stellungnahme nur für jene zwei Anrainer möglich, deren Grundstücke unmittelbar an die Grünlandparzelle der Firma grenzen.

Betroffen von einer Umwidmung, die ein erster Schritt für den Bau dieser Straße für LKW-Verkehr darstellt, sind allerdings sehr viele Personen. Für die Menschen, die in Ruprechting, im Vorderen Sierner und der Ziegeleistraße wohnen, rückt damit eine ständige Lärmquelle in bedenkliche Nähe ihrer Wohnhäuser. Momentan werden gerade in Ruprechting Häuser von jungen Menschen gebaut, die dort keine besondere Lärmbelastung erwarten konnten. Dass Lärm tatsächlich ein großer Faktor für Stress und Herz-Kreislaufbeschwerden ist, geht aus zahlreichen Untersuchungen hervor.

Die Gemeinderatsmitglieder stehen nun vor der Aufgabe, die Interessen der Firma und der Bevölkerung abzuwägen, alle eingegangenen Stellungnahmen zu werten und eine Entscheidung zu treffen, ob das Umwidmungsverfahren fortgeführt oder eingestellt werden soll.

Im bestehenden gewerbebehördlichen Bescheid „Errichtung des Lagerplatzes „Neu“ vom 20. 10. 2014 wurde Folgendes festgehalten:

Grundsätzlich werde der Lagerplatz auf eigenem Grund aus Richtung des Bürogebäudes angefahren. Nur für gelegentliche Zufahrten sei vorgesehen, die neue Anlage über den östlichen Bereich des Grundstückes Nr. 271 KG. und Gemeinde Aschach, senkrecht von der Straße aus anzufahren.

Präzisiert wurde der Bescheid in dem Erkenntnis vom 16.03. 2015 nach einer öffentlichen Verhandlung vor dem OÖ. Landesverwaltungsgericht (LVwG-850258/22Wg):

Die Verladung der Paletten auf LKW erfolgt wie derzeit auf dem bestehenden Betriebsareal, vor den Produktionshallen.

Damit wurde klargestellt, dass auf dem Lagerplatz keine LKW-Fahrten oder sonstige Aktivitäten mit LKWs (Parken etc.) vorgesehen sind.

Bei der Verhandlung 2014 bestanden zwei Betriebs Zu- bzw. – Ausfahrten, die Zufahrt zum neuen Lagerplatz war nur für gelegentliche Zufahrten vorgesehen.

Judith Wassermair
Judith Wassermair

Fraktionsobfrau

Gemeindevorstand
Umweltausschuss-Obfrau

Bauauschuss-Ersatzmitglied

Stv. Schriftführerin Bez

[email protected]
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