Politische Unkultur bei Wohnungsvergabe
Harrachstraße wird zum Sittenbild der politischen Verhaberung in Oberösterreich
Die neuen Recherchen der Oberösterreichischen Nachrichten zur Linzer Harrachstraße sorgen für massiven Unmut. Während viele Menschen in Linz und anderen Städten jeden Monat darum kämpfen, eine leistbare Wohnung zu finden, entsteht der Eindruck, dass ein kleiner, bestens vernetzter Kreis aus dem Umfeld von ÖVP, FPÖ und SPÖ besonders leicht Zugang zu begehrten Wohnungen in Bestlage bekommen hat.
„Bei mir melden sich Menschen, die wirklich angewidert sind. Sie fragen mich: Wie kann es sein, dass normale Familien kaum noch eine günstige Wohnung finden, während Personen aus dem politischen Umfeld von ÖVP, FPÖ und SPÖ offenbar beste Karten hatten? Genau dieses Gefühl, dass sich die Funktionärsparteien immer zuerst um ihre eigenen Leute kümmern, zerstört das Vertrauen in die Politik“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Für Kaineder ist nach den neuen Recherchen klar, dass die Affäre nicht länger als reine FPÖ-Causa behandelt werden kann. Neben Personen aus dem engen Umfeld Haimbuchners finden sich laut OÖN auch Bezüge zu ÖVP-Regierungsbüros, hochrangigen Landesbediensteten mit ÖVP-Hintergrund, Energie-AG-Mitarbeitern und SPÖ-Funktionären.
„Es geht um eine politische Unkultur, die sich ÖVP, FPÖ und SPÖ über Jahre eingerichtet haben: Die eigenen Leute kennen die richtigen Leute, sitzen an den richtigen Stellen und kommen offenbar leichter zu Dingen, von denen andere nur träumen können. Damit muss Schluss sein, denn die Menschen haben genug von dieser Politik“, so Kaineder.