Entfernte Gebärmutter im KUK: Viele offene Fragen
Fragen zur Kontaminierung der Probe, zu Zeitläufen und zur Kommunikation
„Die Erstreaktionen und Erklärungen sind erfolgt. Dass damit der Fall um die fälschlicherweise entfernte Gebärmutter einer Patientin im KUK nicht erledigt ist, ist glasklar. Die Aufarbeitung beginnt erst und es stellen sich etliche Fragen, die auf eine Antwort warten. Zu medizinischen, organisatorischen und kommunikativen Aspekten dieses Falls. Es muss vor allem auch im Interesse des KUK selbst liegen, dass Hintergründe und Ursachen nicht nur lückenlos aufgeklärt, sondern auch der Öffentlichkeit transparent dargestellt werden. Auch um sie künftig zu vermeiden“, fordert die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Brigitte Huber-Reiter.
So stellt sich die Frage, wo die Kontaminierung der Probe stattgefunden hat. Bei der Probenentnahme? Wurde die Probe falsch beschriftet, nicht ordnungsgemäß in den Behälter eingebracht? Hat es Probleme beim Transport gegeben oder eine kontaminierte Trägerplatte in der Pathologie? „Um in Zukunft solche Fälle zu vermeiden, muss die Fehlerquelle konkret bekannt sein und sollte auch transparent gemacht werden. Es reicht nicht, in der Öffentlichkeit zu sagen, dass eh intern alles geklärt wurde“, betont Huber-Reiter, für die sich auch die Frage stellt, „ob es bereits in der Vergangenheit kontaminierte Proben und damit falsche Ergebnisse gegeben hat“.
Zu hinterfragen ist einmal mehr die Kommunikation. „Der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass man seitens des Spitals rechtlich und medizinisch kein Fehlverhalten sieht, versprüht eine gewisse Unterkühlung, um es noch nett auszurücken. Es mag kein Fehl-„Verhalten“ gewesen sein, in jedem Fall ist aber ein Fehler passiert. Das KUK muss Fehler eingestehen und darf sie nicht wegdrücken. Man muss sich ihnen stellen. Mit ihnen richtig umgehen, sie auch richtig kommunizieren und für sie auch die Verantwortung übernehmen“, fordert Huber-Reiter. Zudem ist auch nicht nachvollziehbar, dass die betroffene Patientin erst nach Wochen informiert worden ist.
Huber-Reiter: „Wie das KUK mit diesem Fall umgegangen ist, ist kein Glanzstück. Unser Gesundheitssystem, das Spitalswesen generell und auch das KUK stehen seit geraumer Zeit besonders im Fokus. Es geht um Änderungen, Verbesserungen und Optimierungen. Mit solchen Fällen transparent umzugehen, wäre dafür ein wichtiger Beitrag“.