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07.10.2026 Allgemein

Eine Baustelle als Chance!

Der Gemeinderat hat die Detailplanung für die Neugestaltung von Bertha-von-Suttner-Platz und Kaiser-Franz-Josef-Straße vergeben.

 

Den Anlass gibt die Baustelle zur Sanierung des Kanals, die vor wenigen Wochen begonnen hat. Für uns ist klar: wenn eine Straße ohnehin aufgegraben wird, wäre es eine vertane Chance, die Oberfläche einfach so wiederherzustellen, wie sie vorher war.

 

Bereits stattgefunden hat dazu eine Vorplanung. Und die ist nicht am Schreibtisch entstanden. Betriebe und Anrainer sowie alle politischen Fraktionen waren von Anfang an eingebunden. Die Entwürfe wurden auch öffentlich in der Trinkhalle vorgestellt, und die Bevölkerung konnte sie begutachten und kommentieren. Die Rückmeldungen waren überwiegend positiv, und zusätzliche Ideen aus der Bevölkerung sind bereits in die Planung eingeflossen. Auf dieser gemeinsamen Grundlage wird jetzt weitergearbeitet.

 

Für den gesamten Bereich der KFJ-Straße wird ein Entwurf ausgearbeitet. Für den Bereich vor der ehem. Nestroy-Schule (Bertha-von-Suttner-Platz) und die Stufenanlage vor der Kirche geht die vergebene Planung bis zur Baureife, einschließlich Ausschreibung und Begleitung während der Bauarbeiten. Die Stadt hat mehrere Angebote eingeholt und sich für das wirtschaftlichste entschieden. 

 

Warum dieses Projekt wichtig ist

 

Der Sommer 2026 hat gezeigt, worum es geht. Im Juni und Juli gab es in Österreich 646 hitzebedingte Todesfälle, so viele wie noch nie. Besonders betroffen sind ältere Menschen und dicht bebaute, versiegelte Bereiche.

 

Das wirksamste Mittel gegen Hitze sind Bäume. Durch Schatten und Verdunstung können sie die gefühlte Temperatur auf Augenhöhe um fünf bis zwölf Grad senken. Mitten in der Stadt, auf einem Platz, auf dem sich Menschen aufhalten sollen, macht das an heißen Tagen einen enormen Unterschied.

 

Und: ein neuer Straßenbaum kann schnell 20.000 € kosten. Der Baum selbst ist dabei der kleinste Posten, den Großteil machen die Bauarbeiten und der Schutz der Leitungen im Boden aus. Ist die Straße ohnehin offen, fällt genau dieser Aufwand zu einem großen Teil schon an.

 

Andere Gemeinden machen es vor. Dornbirn z.B. nutzt seine Kanalerneuerung gerade, um eine zentrale Straße mit rund 50 neuen Bäumen umzugestalten. Krems hat eine Leitungssanierung für Entsiegelung und einen neuen Radweg genutzt. Davon profitieren nicht nur Klima und Gesundheit, denn wo Straßen schöner werden, sind mehr Menschen unterwegs, und das stärkt die Geschäfte rundherum.

 

Der VCÖ hat es in seinem aktuellen Factsheet treffend auf den Punkt gebracht: „Jede Straßenbaustelle, die ohne Klimawandelanpassung wieder zugeschüttet wird, ist eine vertane Chance.”

 

Genau das wollen wir in Bad Ischl vermeiden. Die Planung soll jetzt klären, wie Platz und Straße grüner, schattiger, sicherer für die Kinder und angenehmer für alle werden.

 

Mehr zum Thema: VCÖ-Factsheet „Straßensanierung für die Transformation nutzen” (September 2026), https://vcoe.at/publikationen/vcoe-factsheets/detail/strassensanierung-fuer-die-transformation-nutzen

Martin Schott
Martin Schott

Stadtrat für Klimaschutz, Wirtschaft und Tourismus

Bad Ischl
Stv. Schriftführer Bezirksvorstand

[email protected]
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