Arbeitsmarktdaten: Stabilisierung, mehr Langzeitarbeitslose
Steigende Arbeitslosigkeit bei Frauen hat eine Ursache auch in der mangelnden Kinderbetreuung – Langzeitarbeitslose brauchen endlich Perspektiven
„Auch diese aktuellen Zahlen sind keine Frohbotschaft. Ja eine leichte Stabilisierung gibt es. Aber ein Deut weniger arbeitslose Menschen geben dem Jobmarkt in OÖ keinen neuen Drall, noch nicht den dringendst nötigen Rückenwind. Dazu ist vor allem die Steigerung bei den langzeitarbeitslosen Betroffenen viel zu drastisch. Hinzukommt der weitere Anstieg bei den älteren Arbeitnehmer:innen. Von einem massiven Problembereich zu sprechen, ist untertrieben. Es sind viele Schicksale, ungewisse Ausblicke und für sie findet die verantwortliche Politik einfach keine Antworten. Die individuelle Betreuung auszubauen und Jobgarantie-Modelle zu erarbeiten, sind Eckpunkte eines dringend nötigen Lösungsfeldes“, reagiert die Grüne Arbeitsmarktsprecherin LAbg. Brigitte Huber-Reiter auf die aktuellen Arbeitsmarktdaten.
Neben langzeitarbeitslosen und älteren Betroffenen gibt es auch bei den Frauen kaum Lichtblicke. Im Gegenteil. Während die Zahl der arbeitslosen Männer um zwei Prozent gesunken ist, ist sie bei den Frauen um 2,4 Prozent gestiegen. Befeuert auch durch die Erhöhung deren Pensionsantrittsalters. „Von dieser Folge musste man ausgehen. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren bei den AMS-Maßnahmen in diesem Bereich gekürzt. Das rächt sich nun. Dass genau hier aber zielgerichtete Maßnahmen gesetzt werden müssen, ist klar“, betont Huber-Reiter und sieht auch in der mangelnden Kinderbetreuung einen hinlänglich bekannten Grund für Frauenarbeitslosigkeit.
„Beruf und Familie zu vereinbaren, ist beim aktuellen Kinderbetreuungsangebot im Land nicht gerade leicht. Das passende Jobangebot ist ohnehin begrenzt. Wenn der Arbeitsmarkt schwächelt, werden die passenden Job noch weniger und genau das ist jetzt der Fall“, fordert Huber-Reiter neben Weiterbildung, Umschulung auch bessere Arbeitszeitmodelle und grundsätzlich einen rascheren Ausbau der Kinderbetreuung.