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am 4. February

Waldviertelautobahn: Schaden für Umwelt

Severin Mayr - Mit dem Megaprojekt "Waldviertel-Autobahn" droht Oberösterreich noch mehr Transitverkehr und der Verkehrsgau im Zentralraum mit tausenden zusätzlichen PKW und LKW im Linzer Zentralraum.

Noch mehr Verkehr, noch mehr Stau, noch mehr Abgase: Wir stecken bereits in der schlimmsten Klimakrise. Aber die FPÖ ist bereit, eine neue Transitschneise durch unser Land zu treiben, eine noch größere Blechlawine auszulösen und vor allem noch mehr LKW nach Oberösterreich zu holen. Das ist höchstgradig verantwortungslos und geradezu ein Irrwitz. Wir fordern von FP-Verkehrslandesrat Steinkellner jetzt Geheimniskrämerei und Relativierung zu beenden und alle Fakten auf den Tisch zu legen. Die OberösterreicherInnen müssen umfassend über dieses Projekt informiert werden.

Konkret treibt das Land Niederösterreich den Bau einer Autobahn durchs Waldviertel bis nach Oberösterreich voran. Diese Autobahn soll das nördliche Niederösterreich queren und eine hochrangige Straßenverbindung zwischen der S 3 Weinviertel Schnellstraße und der S 10 Mühlviertler Schnellstraße bilden. Der Korridor verläuft von Stockerau über Hollabrunn, Horn und Gmünd bis nach Freistadt.

Mehr Verkehr, mehr Stau, schlechtere Luft

Diese neue Autobahn bedeutet tausende zusätzliche PKW und LKW aus dem Waldviertel. Die Folgen werden nicht nur das untere Mühlviertel, sondern auch Linz mit voller Wucht treffen. Schon jetzt ist der Zentralraum heillos überlastet. Man kann sich leicht ausmalen, was eine zusätzliche Blechlawine aus dem Waldviertel bedeutet. Auch die enormen Kosten von fünf Milliarden Euro für diese Autobahn sind nicht zu vernachlässigen. Um dieses Geld könnte man alle wichtigen Öffi-Projekte in Oberösterreich verwirklichen. Und zwar nicht nur einmal, sondern gleich drei Mal. Aber Asphalt ist ganz offensichtlich noch immer vielfach wichtiger als Schiene.

Ebenso enorm ist der Bodenverbrauch für dieses Megaprojekt. Bis zu 500 Hektar Boden könnten dadurch allein in Oberösterreich betroffen sein. Das entspricht zusammengerechnet ungefähr allen(!) Fußballfeldern in unserem Bundesland. Der Kampf gegen die ohnehin schon massive Bodenversiegelung wird durch solche Projekte zum Hohn.

In Zeiten der Klimakrise eine völlig neue Autobahn zu planen, geht an der Realität vorbei. Wir erwarten von Landesrat Steinkellner eine klare Stellungnahme zu diesem Projekt. Er muss sich erklären, ob Oberösterreich bereit ist, diese klima- und umweltschädlichen Pläne zu unterstützen oder sich den wirklich zukunftstauglichen Verkehrslösungen widmet.

Was ist jetzt mit dieser Autobahn, Herr Landesrat Steinkellner?

Wir sorgen jetzt mit neun Fragen an Steinkellner für Aufklärung. Die Menschen sollen erfahren, was sich da zusammenbraut. Mit unserer Anfrage wollen wir aufklären, seit wann das Land Oberösterreich von diesem Projekt informiert ist und welche Studien es zu diesem Projekt gibt. Außerdem wollen wir Informationen zum aktuellen Stand im Planungs- bzw. Genehmigungsverfahren, zu Zeitplan, Verkehrsanstieg, Flächenverbrauch und Kosten, die bei rund fünf Milliarden Euro liegen sollen.

Zusätzlich wollen wir wissen, ob Landesrat Steinkellner dieses Projekt unterstützt. Das wird die Nagelprobe für Steinkellner. Ihm müsste klar sein, dass eine neue Autobahn inmitten der Klimakrise ein No-Go ist. Dass man mit dieser Autobahn abertausende Fahrzeuge aus dem Waldviertel zusätzlich in das Untere Mühlviertel und nach Linz lotsen würde. Man kann doch nicht sehenden Auges das bestehende Stauchaos weiter anheizen.

Jetzt müssen alle Daten und Fakten auf den Tisch. Wir wollen detaillierte Informationen darüber, wie weit diese irrwitzige Idee fortgeschritten ist und welche Folgen Oberösterreich, der Umwelt und den Menschen drohen. Wir sind gespannt auf die Antworten und die Erklärung von Landesrat Steinkellner, auf welcher Seite er steht.

Gegen die Transitautobahn Waldviertel
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