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am 14. April

Rad-Ausbau: endlich Renntempo statt Zeitlupe

Severin Mayr - Oberösterreich ist bei Radausbau meilenweit zurück. Die Erhöhung des Fahrradbudgets und massive Investitionen in die Radinfrastruktur sind unumgänglich.

Gute Konzepte auf dem Papier, aber massive Mängel in der Umsetzung: Der Ausbau der Radinfrastruktur verläuft in Oberösterreich nach wie vor nur holprig. Während die Grüne Ministerin Leonore Gewessler das Radbudget verzehnfacht hat, fährt der Radverkehr in der Landespolitik noch immer in Zeitlupe. Es muss jetzt eine echte Trendwende in der Verkehrspolitik und den Start einer wirklichen Radoffensive geben: im Sinne des Klimas und der Gesundheit, aber auch im Kampf gegen schlechte Luft und Stau. Nur mit massiven Investitionen kann das Ziel, den Radverkehrsanteil zu verdoppeln, auch wirklich erreicht werden.

Besonderen Aufholbedarf gibt es nach wie vor beim Ausbau der Radhauptrouten im Linzer Großraum. Dort ist die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr besonders hoch und gleichzeitig das Potential des Radverkehrs besonders groß. Gerade bei den stadtnahen Abschnitten im nächsten Umkreis von Linz ist es daher dringend angeraten, diesen allesamt die höchste Priorität einzuräumen.

Zusätzlich vermissen wir auch das lang angekündigte Umdenken bei Straßenbauprojekten: Ab 2015 wollte man alle Straßenbauprojekte in der Planungsphase einem Radverkehrs-Check unterziehen. Damit sollte geklärt werden, ob und in welcher Form Verbesserungen für den Radverkehr erreicht werden können. Sechs Jahre später ist davon bis auf ein Pilotprojekt noch immer nichts zu sehen. So wird das nichts mit der Verkehrswende!

Gerade in der Coronakrise hat sich der Trend zum Radfahren verstärkt. Während Städte wie Rom, Berlin, London, Mailand, Budapest, Brüssel, Paris, München und viele mehr während der Coronapandemie bereits hunderte Kilometer an Radwegen und temporären Radstraßen umsetzten, scheitern Stadt und Land bei uns sogar an lächerlichen 250 Metern Nibelungenbrücke. Nicht einmal für diese hochriskante und extrem stark genutzte Strecke konnte auch nur der Hauch einer Verbesserung für die tausenden RadlerInnen erzielt werden. Kein Wunder, dass der Radanteil im Zentralraum so peinlich gering ist.

Das alles zeigt, welchen enormen Nachholbedarf Oberösterreich beim Radverkehr hat. Statt Lippenbekenntnissen zum Radverkehr brauchen wir den raschen Ausbau von Radhauptrouten, Lückenschlüsse und unterbrechungsfreie Radwege. Nur wenn sich die Menschen sicher fühlen, wenn sie sich rasch durch unser Land bewegen können, wenn die Infrastruktur passt, dann steigen sie auch gerne auf das Rad um.

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