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am 30. Juli

Aus Tempo 140 wird Tempo 159

Severin Mayr - 50% längerer Anhalteweg, bis zu 50% mehr Schadstoffe: Statt einem Ausbau der Öffis bringt die FPÖ unsichere Autobahnen und schlechtere Luft

Tempo 140

Das Sommerthema von Verkehrsminister Hofer nimmt immer befremdlichere Züge an. Wie nun bekannt wurde, soll in Oberösterreich zwischen Haid und Sattledt durch hohe Toleranzgrenzen eine Geschwindigkeit bis 159km/h möglich sein. Das erinnert mittlerweile mehr als unerfreulich an den gescheiterten 160km/h-Test des früheren Verkehrsministers Hubert Gorbach. Schon damals, vor mehr als 10 Jahren, wurde darauf hingewiesen, dass bei einer Tempoerhöhung um 30km/h bei Diesel-PKW ein Anstieg des Partikel- und Stickoxidausstoßes um mehr als 50 Prozent eintreten kann.

Freiheitliche Verkehrspolitik bedeutet schlechtere Luft und unsicherere Autobahnen. Was wie ein populistisches Ablenkungsmanöver klingt, um vom viel zu langsamen Ausbau des öffentlichen Verkehrs abzulenken, entpuppt sich immer mehr als Sommernachtsalbtraum.

Nicht nur die Luftbelastung wird deutlich steigen, auch die Unfallgefahr: Während der Anhalteweg bei Tempo 130 immerhin gut 200 Meter lang ist, erhöht er sich bei Tempo 159 auf 300 Meter! Das bedeutet, dass sich der Anhalteweg um die Hälfte verlängert. Erich Neuwirth von der Universität Wien hat außerdem errechnet, dass dort, wo bei gleichzeitigem Bremsbeginn ein Auto mit 130 km/h zum Stillstand kommt, ein Auto mit 160 km/h noch 100 km/h schnell ist. ​

Gerade in der Urlaubszeit sind besonders viele Familien auf der Westautobahn unterwegs. Dabei kann jeder Meter über einen Unfall und im schlimmsten Fall sogar über Leben und Tod entscheiden.

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