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am 2. Jänner

Wolf: Klare Regeln - Schutz von Mensch & Tier

Maria Buchmayr - Der Wolf kehrt heim. Wir fordern ein Konzept zum Schutz von Weidetieren, zur Schadensabgeltung und zum Umgang mit möglichen Problemwölfen. Ein runder Tisch mit VertreterInnen des Landes Oberösterreich, des Jagd- und Naturschutzes, der Landwirtschaft und der oberösterreichischen JägerInnenschaft soll für Rechtssichereit und Aufklärung sorgen.

Bis ins 19. Jahrhundert war der Wolf in ganz West- und Mittelreuropa verbreitet, wobei er letztendlich vom Mensch fast vollständig ausgerottet wurde. Erfreulicherweise erholen sich die Bestände ganz langsam, und nach mehreren Einzelsichtungen in den letzten Jahren kam es in der Nähe von Allentsteig im Jahr 2016 erstmals zu einer nachweislichen Reproduktion.

Es ist ganz erfreulich, dass sich die Wolfsbestände wieder erholen. Der Wolf ist europarechtlich, bundesrechtlich und auch landesrechtlich sehr streng geschützt. Nun wird es darum gehen, die weitere Verbreitung des Wolfes zu kontrollieren, ein sicheres Miteinander mit den Menschen zu organisieren, um sowohl der Bevölkerung, den LandeigentümerInnen, den AlmbäuerInnen, der JägerInnenschaft als auch dem Wolf Schutz und Sicherheit zukommen zu lassen.

Wir fordern runden Tisch

Um ein konfliktfreies Miteinander von Anfang an sicherstellen zu können, braucht es hier mehrere präventive Maßnahmen: Aktuell fehlen in Oberösterreich ein klares Konzept zum Schutz von Tierherden vor dem Wolf, klare Regeln zur Schadensabgeltung und eine Struktur zum Umgang mit möglichen "Problemwölfen".
Wir fordern daher einen runden Tisch mit VertreterInnen des Landes, der Landwirtschaft, des Naturschutzes und JägerInnenschaft.

Es gilt drei konkrete Aufgaben zu klären: 

  • Unterstützung für einen vorbeugenden Herdenschutz von Weidetieren. Diese würde die Schäden deutlich verringern, der Aufbau eines effektiven Schutzes braucht aber Zeit. Hier sollten erste Überlegungen bald angestrengt werden.
  • Im Fall von Schäden braucht es eine Regelung, wie diese Schäden abgegolten werden können. Aktuell gibt es dazu keine Regelung. Ein Fonds beim Amt der oberösterreichischen Landesregierung würde sinnvoll sein. Überlegenswert ist auch die Abdeckung von Schäden durch eine landwirtschaftliche Versicherung.
  • In klar definierten Ausnahmefällen sollen einzelne Wölfe, die als besonders schadensstiftend oder als Risiko für die Sicherheit von Menschen eingeschätzt werden, entnommen werden können. Das muss natürlich das letzte Mittel sein, aber auch dafür gibt es in Oberösterreich noch keine klaren Strukturen.

Der Wolf kommt zurück. Das ist erfreulich. Und doch sind damit für uns einige Aufgaben zu erledigen, um mögliche Konflikte im Vorfeld auszuräumen. In erster Linie geht es um die (Rechts-)Sicherheit, weiters um Aufklärung. Tierschutz hört nicht bei jenen Tieren auf, die wir als Nutztiere halten. Vielmehr sind wir es auch den Wölfen schuldig, ihnen Schutz zukommen zu lassen.

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