Bezirkegruene.at
Navigation:
am 5. Mai

Weltweites Artensterben: Bericht zeigt Ausmaß

Rudi Anschober - Der umfassende Bericht zeigt erstmals das weltweite Ausmaß des Artensterbens. Die Unterzeichnung des Weltbiodiversitätsberichts durch 132 Mitgliedsstaaten ist ein großer Erfolg für den Artenschutz.

Mit einem großen Erfolg ist gestern die Konferenz des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) in Paris zu Ende gegangen: Alle 132 Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, haben ihre Unterschrift unter einen 1.000 Seiten langen Bericht gesetzt, der den Zustand der Arten und der Ökosysteme auf der ganzen Welt darstellt. Drei Jahre haben 150 ExpertInnen aus 50 Ländern das vorhandene Wissen zusammengetragen und analysiert. Ziel des Artenvielfaltberichts ist ein weltweit akzeptierter, gemeinsamer Sachstand zu Lage, Problemen und möglichen Lösungen - ähnlich den Papieren des Weltklimarats für den Klimawandel. Dieser Bericht wird morgen veröffentlicht werden.

Die Zerstörung der Artenvielfalt ist laut ExpertInnen ebenso schwerwiegend wie der Klimawandel. Schon lange ist unumstritten, dass vor allem Insekten stark bedroht sind. Der umfangreiche IPBES-Bericht zeigt nun genau, wie weit das Artensterben bereits fortgeschritten ist, welche Lebewesen besonders gefährdet sind und bietet den 132 Mitgliedsstaaten Lösungsmöglichkeiten an. Dieses umfangreiche Wissen ist die Grundvoraussetzung für erfolgreichen Artenschutz und macht mehr als deutlich, dass es endlich Maßnahmen gegen das Artensterben braucht.

Die Ursachen für das Insektensterben auf Äckern, Feldern und Wiesen sind inzwischen vielfach belegt: Industrialisierte Landwirtschaft, bienengefährdende Pestizide, immer weniger Lebensräume für Wildbienen und Insekten, wachsende Flächenversiegelung und fehlende Nahrung für die Insekten.

Immer mehr Menschen engagieren sich in unserem Land gegen den Verlust der Artenvielfalt. Wir können die Insekten- und damit Artenvielfalt nur gesamtheitlich erfolgreich erhalten. Es braucht daher klare Förderungen für umweltfreundliche bienenschonende Bewirtschaftung, eine drastische Verringerung der Flächenversiegelung und der Lichtverschmutzung, Entschädigungen für den Erhalt und das Wiederschaffen von Lebensräumen und Nahrungsquellen, das Verbot von Bienengiften, den massiven Ausbau von Bio-Landwirtschaft und einen jährlichen Bericht über die Entwicklung der Artenvielfalt.

Wir brauchen Dich! - Jetzt Mitglied werden!