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am 7. November

Unterach: Landesförderung ohne Auflagen

Gottfried Hirz - Das Seeuferprojekt in der Gemeinde Unterach um eine Facette reicher: Das Grundstück war für den Erhalt des Seenzugangs gedacht, aber die Förderung des Landes erfolgte ohne Bedingungen.

Da wurde nicht nachgedacht und auch nicht vorausschauend gehandelt: Das Land hat den Grundstückskauf der Gemeinde Unterach finanziell kräftig gefördert, aber offensichtlich keine Bedingungen an die Förderung geknüpft. Das hat Landesrat Hiegelsberger heute in unserer Anfrage bestätigt. Dadurch ist jetzt die Situation entstanden, dass das 2.000 m2 Seeufergrundstück zu 10 Euro pro Jahr auf 30 Jahre verpachtet werden soll. Das Grundstück, dessen Ankauf mit Landesgeldern eigentlich den freien Seezugang für die Allgemeinheit sichern sollte. Das ist komplett unverständlich.

Damit ist auch klar, dass es kein Ansinnen und vor allem auch keine Grundlage gibt, diese Landesförderung von der Gemeinde zurückzuverlangen. Das Land hat damit unwiederbringlich 800.000 Euro für ein Grundstück gezahlt, das nun zu Teilen an einen Investor verpachtet werden soll, der für seine Hotelgäste damit exklusiven Seezugang haben will. Das geht am Sinn der Sache vorbei. Dieses Vorgehen und das gesamte Seeuferprojekt in Unterach widersprechen allen Bemühungen, die Seezugänge für die Allgemeinheit zu schützen – ein Schutz, der ja mittlerweile sogar in unserer Landesverfassung verankert ist.

Dabei ist die problematische Situation hinlänglich bekannt. 76% der Uferlänge des Attersees sind in Privatbesitz, 11 Prozent Naturflächen und nur noch 13 Prozent öffentlich zugänglich. Auf unseren Druck wurde im Frühjahr der Schutz öffentlicher Seezugänge als Verfassungsziel in die Landesverfassung aufgenommen. Und dann erleben wir, dass das nächste Ufergrundstück gefährdet ist. Dass die Gemeinde Unterach mit diesem Grundstück einen Deal macht und für einen weiteren Deal mit dem gleichen Investor nochmals rund zwei Millionen Euro Landesförderung will. Das ist ein Weg, den nicht nur wir, sondern auch viele BürgerInnen rund um den Attersee ablehnen.

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