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am 16. Oktober

Trinkwasserrichtlinie bedroht ländlichen Raum

Rudi Anschober - Die Trinkwasserrichtlinie der EU könnte schon in wenigen Tagen eine Bedrohung der dezentralen Trinkwasserversorgung im ländlichen Raum bringen.

Derzeit ist Oberösterreich eines der am besten mit einer dezentralen Trinkwasserversorgung abgesicherten Länder Europas. Insgesamt 1.032 Wassergenossenschaften und 325 Gemeindeanlagen versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser in hoher Qualität und zu leistbaren Preisen. Dafür wird viel Eigenleistung im ländlichen Raum erbracht.

Diese dezentrale Versorgungsstruktur ist enorm wichtig und wird seit Jahren unterstützt. Denn wenn das eigene Wasser aus der Region stammt, wird auch auf dieses Wasser geschaut und es wird gut geschützt. Und diese dezentrale Struktur schützt uns auch vor jeder Gefahr eines Ausverkaufs an die großen Wassermultis.

Nun könnte diese dezentrale Struktur massiv bedroht werden, denn die voraussichtlich am 22. Oktober im Europaparlament zur Abstimmung vorgeschlagene neue Trinkwasser-Richtlinie würde unter anderem durch viel mehr und viel teurere Untersuchungen zu einer massiven Erhöhung der Wasserpreise und damit mittelfristig zur Gefährdung vieler kleiner Versorgungsanlagen führen. Schon allein die sich zuspitzende Klimakrise und die damit einhergehenden, immer stärkeren Trockenperioden werden einen hohen Investitionsbedarf für die Zukunftssicherung unserer Versorgung notwendig machen. Weitere massive Zusatzkosten könnten das Ende für viele Genossenschaften bedeuten. ExpertInnen warnen alleine bei den Untersuchungskosten bei kleinen Anlagen vor einer Kostenerhöhung um das bis zu 4-fache.

Wir fahren mit der derzeitigen Struktur und den derzeitigen Kontrollen sehr gut. Regionale Versorgung ist der beste Schutz des Wassers. Das soll so bleiben und nicht durch Fehlsteuerungen gefährdet werden. Wir appelliere daher an die EP-Abgeordneten, dieser Richtlinie im Rahmen der Abstimmung im EP die existenzbedrohenden Giftzähne zu ziehen.

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