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am 17. Mai

Bodenschutz: Unser Land wird immer knapper

Ulrike Böker - Jeden Tag wird in Österreich die Fläche von 22 Fußballfeldern verbaut.

Uli Böker auf einer Baustelle

In Oberösterreich wird doppelt so viel Boden verbaut wie in den Nachbarländern Schweiz, Südtirol oder Bayern. Unser Ackerland ist seit 1951 um ein Viertel zurückgegangen. Unsere Kartoffeln wachsen aber nicht im Keller - daher brauchen wir dringend  ein Umdenken in der oberösterreichischen Raumordnung sowie Steuerungsinstrumente, die das Bauen und Wohnen günstiger machen und den Boden vor zunehmender Versiegelung schützen.

16 Hektar – das entspricht der Größe von 22 Fußballfeldern – werden in Österreich jeden Tag verbaut. Dieser Verbrauch und die damit einhergehende Reduktion unserer Landschaftsflächen ist problematisch hoch, hat negative Auswirkungen auf unsere Nahrungsmittelproduktion, auf die Energiebereitstellung oder den Hochwasserschutz.

So darf das nicht weitergehen, wir müssen jetzt endlich eine Trendumkehr herbeiführen. Erklärtes Ziel des Bundes sind 2,5 Hektar pro Tag. In den Nachbarländern Schweiz, Südtirol oder Bayern verweist, liegt jährliche Bodenverbrauch bei rund der Hälfte davon, wie in Oberösterreich verbraucht wird.

Verdichten und Leerstände erheben – Zersiedelung stoppen

Ein besonderes Problem in Oberösterreich ist die Zersiedelung: Die Siedlungsstrukturen der letzten Jahrzehnte verschlingen Unmengen an Boden und sind auch schwer zu korrigieren. JedeR, die mit dem Flugzeug über Oberösterreich nach Deutschland fliegt, erkennt von oben sofort die Grenze. Bei uns dominiert die großflächige Zersiedelung, in Deutschland wird viel dichter, und damit auch ressourcenschonender und günstiger gebaut.

Raumordnungs-Kompetenzzentren in den Gemeinden und Kooperationen bei überregionalen Raumentwicklungskonzepten

Wir fordern daher ein rasches Umdenken in der Raumplanung nach Salzburger Vorbild: Bodenschutz muss künftig vorrangig sein. Nicht jede Gemeinde braucht ein eigenes Betriebsbaugebiet. Es braucht regionale und überregionale Raumentwicklungskonzepte, mehr Gemeindekooperationen. Raumordnungskompetenzzentren für gemeindeübergreifende Zusammenarbeit wären hier sinnvoll.

Verdichten heißt, sich aktiv über Leerstände in den Gemeinden Gedanken zu machen: Einzelne Gemeinden machen das bereits vorbildlich und betreiben aktives Leerstandsmanagement. Hier müssen die anderen Gemeinden mitziehen, und dafür braucht es auch vom Land Oberösterreich klare Vorgaben und Unterstützung.

Beispiele Bodenschutz in Gemeinden

Einige Gemeinden setzen schon beispielhafte Maßnahmen zum Bodenschutz:

  • Markgemeinde Haslach an der Mühl:
    ​Öffentliche Parkplätze, wie der Schulparkplatz oder Friedhofsparkplatz, wurden nicht asphaltiert und damit vollständig versiegelt, sondern mit Schotter bzw. Rasengittersteinen ausgeführt.
  • Marktgemeinde Regau:
    ​Bei der Erweiterung des Kinos konnte eine gemeinsame Nutzung von Parkplätzen mit dem angrenzenden Gesundheitszentrum erreicht werden – so wurde die versiegelte Fläche deutlich verringert.​
  • Marktgemeinde Weyer:
    ​Die Gemeinde betreibt aktives Leerstandsmanagement und listet zum Beispiel alle verfügbaren Büro- und Geschäftsflächen sowie Betriebsbaugründe auf ihrer Website auf.
  • Ottensheim:
    ​Im Ortsentwicklungskonzept hat die Gemeinde Ottensheim die Zersiedelung gestoppt. Streuobstwiesen wurden erhalten und mit dem Klimabündnis das Projekt "Kostbare Landschaften" umgesetzt.
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