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am 8. August

Schäden durch Engerlinge existenzbedrohend

Stefan Kaineder - Die Schäden durch die Maikäferengerlinge sind für viele LandwirtInnen bereits existenzbedrohend. Hier ist dringend Hilfe durch das Land notwendig. Durch die Dürreperioden ist immer mehr Grünland betroffen. Diese Plage ist Teil der Klimakrise.

Die Situation ist mittlerweile dramatisch. Die Maikäferengerlinge haben bereits auf 25.000 Hektar enorme Schäden im oberösterreichischen Grünland angerichtet. In manchen Gebieten wissen die LandwirtInnen nicht, woher sie heuer ihr Futter für die Tiere herbekommen sollen. Sie stehen vor einer riesen Herausforderung. Denn die Zeit für die Bekämpfung der Engerlinge wird knapp und sie ist sehr teuer. Darum brauchen sie unbedingt die Unterstützung des Landes. Hier braucht es schnelle Handlung im Sinne der Betroffenen.

Weite Teile Oberösterreichs zählen mittlerweile zum Befallsgebiet der Maikäferengerlinge. In den hauptbetroffenen Regionen des Mühlviertels, des Sauwaldes und zum Teil auch im Salzkammergut liegen 300 bis 500 Engerlinge pro m² im Boden, die Schadschwelle von 40 Engerlingen je m² ist weit überschritten. Ohne Bekämpfung und Neuanlage der Wiesen sind in den Hauptbefallsgebieten jahrelange Grasfutterverluste und in Hanglagen auch Bodenerosion vorprogrammiert.

Auch diese aktuelle Engerlingplage ist Teil der Klimakrise: Denn die lang andauernde Hitzeperiode verbunden mit der Trockenheit letztes Jahr hat den Engerlingsdruck begünstigt. Wir sehen hier einmal mehr, dass sich der Klimawandel mit den zunehmenden Hitzeperioden auf vielfache Weise auswirkt. In diesem Fall sind es die BäuerInnen, die teils um ihre Existenz fürchten müssen. Die Erkenntnis ist einfach: Die Unterstützungen für die Betroffenen müssen dringend anlaufen und ebenso endlich effektive Maßnahmen für den Klimaschutz.

BäuerInnen können Kosten nicht alleine schultern

​Die Bekämpfung der Engerlinge bei einem derart starken Befall ist aufwendig und teuer. Zur Bekämpfung muss vor allem mechanisch die Oberschicht des Bodens aufgefräst und neu angelegt werden. Die Kosten liegen hier zwischen 600 und 1.100 Euro pro Hektar. Dazu kommt noch der Ernteausfall, der oftmals selbst nicht mit Geld wett zu machen ist. Durch die Trockenheit ist Futter oft gar nicht verfügbar. Da kommt eine gewaltige Summe zusammen, die die BauerInnen alleine ganz sicher nicht schultern können. Das Land muss rasche eingreifen und sie unterstützen, denn in Oberösterreich ist die Grünlandwirtschaft Systemrelevant. Es gilt nicht nur die Existenz der BäuerInnen zu sichern. Das Problem geht uns alle an. Denn ist das Grünland gefährdet, hat das Auswirkungen auf Lebensmittelproduktion, Bodenschutz, Klimaschutz, Wasserrückhalt sowie das Landschaftsbild. Im Bundesland Salzburg gibt es ein  Unterstützungsmodell, wo es zur Deckung eines Teils dieser Kosten bereits seit dem Jahr 2017 eine Förderung gibt. Die Fördersätze bewegen sich dort in Abhängigkeit von der Hangneigung und unterschieden in biologische und mechanische Bekämpfung zwischen 150 und 550 Euro pro Hektar.

Es muss rasch gehandelt werden: Denn für heuer wird es mit der Bekämpfung schon knapp. Nur mehr bis Ende August ist die mechanische Bodenbearbeitung, Pilzeinbringung und Gräsernachsaat erfolgversprechend, weil im Herbst die Bodentemperaturen in einen ungünstigen Bereich absinken.

Durch Hitze vernichtete Ernte
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